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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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dert gebracht. In den Bibliotheken der großen Bibliophilen standendie Einbände vergangener Zeiten lediglich, weil sie schön waren odereine Tradition repräsentierten. Aber wie auf allen Gebieten des Sam-meins, gehört auch auf diesem zum erfolgreichen Sammeln Kenner-schaft, und im kritischen Sammeln wird der Liebhaber historischerEinbände zum Forscher. Vor allem für den deutschen Sammlertypgilt diese Entwicklung, die in der rationalen Einstellung zum Sam-melobjekt begründet ist und sich z. B. auch in der hohen Bewertungdes ursprünglichen Einbandes ausdrückt im Gegensatz zum franzö-sischen Bibliophilen, der für einen dem Wert des Inhalts entsprechen-den modernen Einband gern den historischen opfert, wenn er nichtdieser Forderung genügt.

Erst mußte die Bibliophilie Einbandsammlungen zusammenbringen,mußten im Besitz großer Bibliotheken solche Sammlungen entstehen,mußte der Versuch gemacht werden, die historische Ordnung dieserStücke durchzuführen, sie als Repräsentanten einer Entwicklung dar-zustellen, ehe die Einbandforschung notwendig und möglich wurde.Der Bibliophile, der von der Betrachtung des einzelnen Sammelstücksausging, der ausübende Buchbinder, der seine technischen und künst-lerischen Fähigkeiten zum Ausgangspunkt der Darstellung machte,der Historiker, der mit archivalischer Durchdringung ans Ziel derEinbandgeschichte kommen wollte sie scheiterten an der Einsei-tigkeit ihrer Betrachtung, aber sie halfen das aufbauen, was heute alsEinbandforschung ein selbständiger Forschungszweig geworden istund seine eigene Methode hat.

Es ist kein Zufall, daß die Männer, welche diese Wissenschaft aufeigene Füße gestellt haben, Hüter großer Bibliotheken und zugleichintime Kenner und Liebhaber des alten Buches gewesen sind. Wäh-rend in Frankreich und England die Geschichte des Bucheinbandeshauptsächlich von bibliophiler Seite dargestellt wurde, in Deutsch-land die historischen Veröffentlichungen meist mit der Absicht kunst-gewerbliche Vorlagen zu Hefern, auftraten, wurde am Ende des Jahr-hunderts in Theorie und Tat die Erforschung des historischen Ein-bandes auf eine ganz neue Grundlage gestellt, als führende Kennerder Buchgeschichte wie Karl Dziatzko und vor allem Paul Schwenke,sich des Gebietes angenommen hatten. Wenn auch Richard Steche

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