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der von wundervoller Feinheit bot, ist die Nachahmung dieserZierform doch erst im 17. Jahrhundert recht Mode geworden. DieLederdoublure vor allem ist den Schmuckweisen des Deckels vollzugänglich und übertrifft ihn oft noch an Schönheit, zumal sie nichtden Beschädigungen ausgesetzt ist, wie der Deckel. An EinbändenBadiers finden wir Doubluren von ebenso reicher pointille-Verzie-rung wie die Deckel, und die Jansenisteneinbände ersetzten in derDoublure, was ihnen an Deckelschmuck fehlte. Eine folgerichtigeDoublure müßte die beiden Vorsatzblätter, Spiegel und fliegendesBlatt umfassen; doch kommt Vergoldung fast nur auf dem Innen-deckel vor. Die modernen Doubluren von Ledereinlage aus Otto PfaffsWerkstatt vernachlässigen das fliegende Blatt nicht so. Auch bei denDoubluren von Seide (Tabis), die im 18. Jahrhundert in Übung ka-men, sind die freien Vorsatzblätter mit dem schmückenden Stoff be-spannt, wenn sie auch nicht sehr steif sind. Schließlich dient auch dasVorsatzpapier selbst oft genug als Schmuck; nur kann man hier nichtwohl von „Doublure" reden. Die Wahl eines handgearbeiteten oder(beim Verlegerband) passend bedruckten Papieres kann ebensowohlein Zeugnis für den Geschmack des Buchbinders sein, wie eineschlecht ausgeführte Doublure ein Zeugnis gegen sein technischesKönnen.
Selbst an so kleine Flächen, wie sie die Schließe/stiemen darbieten,geht der Schmuckwille des Buchbinders. Bei Einbänden des KlostersHeilsbronn z. B. sind Stempel ebenso wie auf dem Rücken auch aufden Schließenbändern angebracht; anderswo findet man an solcherStelle Datierung und Besitzernamen. Die metallenen Haken undKrampen wurden vom Metallarbeiter in gefälliger Form geliefert.Übereinstimmung mit der Schmuckweise der übrigen Beschläge istnicht immer erstrebt worden. Eine sehr beliebte Schmuckform ist derdurchstoßene Kopf als Öse der auf den Vorderdeckel übergreifendenLangriemenschließen im späteren Mittelalter. In neuerer Zeit wurdedie ganze Schließe als kunstgewerbliches Einzelstück bearbeitet(geflochten etwa). Doch ist die Rolle der Schließe bald sehr unbedeu-tend geworden. — Dagegen haben sich mit dem Schmuck des Schnittesdie Buchbinder seit sehr frühen Zeiten bis in unsere Tage abgegeben.Die primitiven Bemalungen, die im Mittelalter — selten in figürlichenMustern — den einzigen Schmuck darstellen, weichen beim Renais-
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