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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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sanceband der prunkvollen Vergoldung, der bald genug sich nochweitere Ziertechniken verbinden mußten. Es wurde üblich, den Schnittmit der Punze noch zu mustern; von dieser Möglichkeit, die denSchnitt nicht gerade schont, machen deutsche Buchbinder im 17. Jahr-hundert so ausgiebig Gebrauch, daß die Blätter solcher Büchervöllig gezackt aussehen. Ranken und Blüten sind bei diesem Schmuckhäufiger als geometrische Formen; bei strengerer Schnittbehandlungkommt ein Schuppenmuster (auch nur an Ecken und Kapital) häufigervor. Am schönsten sind die Schnitte mit vorsichtiger Bearbeitungdurch die Punze und mit Bemalung kleiner Ornamentflächen, wennes die Gestaltung des Deckelschmucks erlaubte; in solchem Schmucksind dann oft auch auf dem Schnitt die Wappensupralibros der Be-sitzer angebracht. Die hochentwickelte Renaissancebuchbindereihat die schönsten vergoldeten Schnitte hervorgebracht. Reich be-malte Schnitte gibt es vor allem in England; Landschaften und Porträtssind dabei häufiger als ornamentale Darstellungen. Selbst die raffinierteForm des verschobenen Schnittes, der erst beim Aufbiegen seine Dar-stellung richtig enthüllt, ist dort gepflegt worden. Künstlerisch istdiese Art Schnittdekoration nicht einwandfrei, und man betrachtetgerne danach die einfachen Färb- oder Marmorschnitte, bei derenHerstellung die Buchbinder technisches Können und buchkünstleri-schen Geschmack in hohem Grade beweisen mußten. Ein blauerSchnitt mit vergoldeten Sternen ist, auch ohne astronomischen In-halt, für ein gut gebundenes Buch angebrachter, als der mißlungeneAbklatsch eines Gemäldes. Auch in diesen untergeordneten Fragendes künstlerischen Einbandschmucks zeigt sich die besondere Ge-setzmäßigkeit, die ihn beherrscht.

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