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und großes Verständnis für das Wesen der Schmuckarten, um selbstbei Anwendung verschiedener Techniken eine künstlerische Über-einstimmung herbeizuführen. Wenn etwa die Flächen des Buchschnit-tes zu dem Deckelschmuck passend verziert werden sollen, so ent-steht die Frage, wie weit bei diesen Flächen, die sich doch voneinan-der abheben sollen und die doch ganz verschieden beansprucht wer-den, durch den Schmuck selbst bei der gründüchen Verschiedenheitder Unterlagen eine auch äußere Übereinstimmung erstrebt werdensoll. Die Kunstbuchbinder haben verschiedene Lösungen gefunden,die einesteils Verständnis für die Verschiedenartigkeit der Flächen,andrerseits aber auch das Bestreben zeigen, im Schmuck selbst, inden Einzelmotiven der Ornamente, in Farbe und im Reichtum desSchmuckes die Teile einander anzupassen. Besonders kostbar ge-schmückte Deckel verbinden sich mit möglichst ebenso kostbar ge-schmückten Nebenflächen. Die Art der Aufstellung und Modeströ-mungen taten zur Variierung das Ihre. An diese Zusammenhänge mußgedacht werden, wenn die einzelnen Flächen mit ihren Schmuckartennoch kurz aufgezählt werden.
Der Rückenschmuck, bei den Prachtbänden des Mittelalters ganz ver-nachlässigt, wird im 15. Jahrhundert häufig. Die Stempel von denDeckeln kehren in gewissen Gegenden — Mittel- und Süddeutsch-land scheint zunächst darauf Anspruch zu haben — auch auf demRücken wieder, dessen durch die Bünde gebildete Felder entwederdurch Randlinien betont, oder durch Diagonalen geteilt sind. BeimGolddruck wird Rückenschmuck, zuerst sparsam, zum allgemeinenBrauch. Die Bünde, an die sich der Schmuck in Ornament und Aus-führung anlehnt — Fileten, quer oder zu Rahmen gedruckt, kleineEinzelstempel als Mittelstücke — teilen Felder von gut proportio-niertem Format ab. Der Rücken des griechischen, überhaupt desbündelosen Einbandes bietet eine Fläche, deren Schmuck durch diehohe Form Schwierigkeiten bereitet; Semis-Muster läßt sich auf ihmfortsetzen und kommt in der Frühzeit vor; eine gute Lösung hat derromantische Einband mit den hohen Titelfeldern oder mit dem senk-rechten Linienschmuck gefunden. Wo erhabene Bünde fehlen,schafft sich der Vergolder eine Einteilung durch Querlinien in Artder Bünde. Die Entwicklung im 17./18. Jahrhundert drängt zu immerreicherem Schmuck des Rückens; Franz- und Halbfranzbände, deren
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