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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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P a=s Stadtschloß Potsdam. Aber der Deckel ist nicht die einzige Stellezur Anbringung des Supralibros; selbst die Innenkante hat dazu die-nen müssen, Intitialen aufzunehmen, vom Rücken abgesehen. Deruntere Deckelrand ist die Stelle, an der die Bibliophilen in GroliersStil ihren Namen ausgeschrieben anbringen ließen, und ihre Devisebildete einen wesentlichen Teil des Deckelschmuckes; ihr war dasMittelfeld des Hinterdeckels aufbewahrt, in das bei den deutschenStudentenbänden der wertvolle Bindevermerk eingetragen wurde.Endlich ist es möglich, den Besitzer, wie den Inhalt, auf dem Einbandsymbolisch anzudeuten. Auch dieses Motiv hat seit der Renaissanceweite Verbreitung gefunden. Die Reihe beginnt etwa mit demStachelschwein auf Einbänden für Ludwig XII., dem Feuersalamanderfür Franz I., findet ihren Höhepunkt in den mit allen Emblemen derJagd ausgestatteten Einbänden für Diana von Portiers, bleibt dannbei verborgeneren Andeutungen (wie dem Goldenen Vließ bei Longe-pierre, dem polnischen Adler auf dem Rücken von Hoym-Bänden);nur intimere Kenntnis läßt in solchen Fällen eine historische Bestim-mung zu. Doch wird solche Kenntnis auch nötig sein, um örtlicheZusammenhänge da aufzudecken, wo etwa einzelne Wappenbilderals selbständiges Schmuckmotiv losgelöst sind; denn auch in solcherSelbständigkeit verüeren sie nicht ihre symbolhafte Bedeutung. Dieauf französischen Einbänden selten fehlende Lilie erschien in der Zeitder Revolution verdächtig und wurde verboten; ja, wir wären umviele der schönsten Stücke einer so unpolitischen Kunst ärmer, wäredamals die Weisung, auch die Einbände mit Lilien in den Bibüothekenzu vernichten, befolgt worden.

Es war bisher fast ausschließlich von den Schmuckflächen die Rede,welche die hauptsächlichen Träger des Einbandschmuckes sind: vonden beiden Deckeln. Aber keine der durch die Tätigkeit des Buch-binders entstehenden oder behandelten Flächen des Buches ist durchdie Jahrhunderte ganz ohne Schmuck geblieben, durfte es schondeswegen nicht, weil die Forderung einer harmonischen Gestaltungdes ganzen Buches von innen und außen durch den Buchbinder ge-rade durch die Bearbeitung der Nebenflächen voll erfüllt werden kann.Die in Form und Grund oft so verschiedenen, kleinen Flächen erfor-dern zu solchem Schmuck besondere Fähigkeiten des Buchbinders

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