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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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Das Werk wird bei Bestimmung jederreliure armoriee" in Zukunftunentbehrlich sein. Man muß aber auch wissen, daß es bei großenöffentlichen Bibliotheken Brauch ist (oder wenigstens in besseren Zei-ten war), das Staats- oder Stadtwappen auf Rücken oder Deckel alsBesitzzeichen anzubringen, selbst bei Einbänden, die keinerlei An-spruch darauf machten, als künstlerisch zu gelten.Außer dem Wappen, manchmal an Stelle des Wappens, sind, vorallem im 16. und 17. Jahrhundert noch Einyelbuchstaben dem Schmuckeingefügt, welche auf den Besitzer deuten. Diese Buchstaben stehenentweder einzeln nahe der Mitte oder in den Ecken, oder sie übersäenalsSemis" die ganze Einbandfläche. Das gekrönte L ist stets einLouis, das gekrönte H ein Henri; F geht auf Franz I. von Frankreich;auch die Verbindungen mit anderen Buchstaben sind aufschlußreich:H mit verschränktem DD ist Heinrich IL und Diana von Poitiers,mit CC mit Katharina von Medici. Nicht immer sind die Namen soeindeutig zu ermitteln; vor allem bei den verschränkten Initialen,die schon im 16. Jahrhundert vorkommen, und bei Initialen, die vonmehreren großen Bibliophilen gebraucht worden sind. Verschränk-tes C z. B. ist nicht nur für Charles IX. von Frankreich, sondernauch für Charles IL von England, für Charles von Orleans und Char-les IV. von Lothringen verwendet worden und in anderer Verbin-dung für Katharina von Medici. Und das auffällige <J) (J), das auf Ein-bänden aus dem Pariser Jesuitenkolleg (Fouquet) häufig ist, gilt, inetwas verschiedenen Formen, für Philippe Des Portes, Francois duPlessis und Nicolas Claude Fabri de Peiresc. Eine erste Orientierungüber dieses Gebiet bringt Hanns Bohatta,Das Supralibros", Wien1926; er hat mehr versprochen, aber noch nicht geliefert. Viel Ma-terial ist aber auch schon bei O. E. Ris-Paquot,Dictionnaire ency-clop^dique des marques et monogrammes", Paris 1893 (neue Aus-gabe 1928) greifbar.

Im 18. Jahrhundert tritt die Initiale oft an Stelle des Wappens,nimmt also auch den MittelplaP^ ein, später dem Geschmack der Zeitentsprechend kursiv (wie das A der Herzogin Anna Amalia von Wei-mar), bei mehreren Namen kursiv verschränkt. Besonders klar hebensich in dieser Zeit die Einzelbuchstaben in der Mitte von Einbändenheraus, mit denen Friedrich IL seine einzelnen Schloßbibliothekenbezeichnen ließ: B für Berlin, S = neues Palais, V = Sanssouci,

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