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Motivs bemächtigt hat, kann nicht wundernehmen und erscheintwesentlich geschmackvoller als die Hingabe an malerische Motivein dieser Einbandschmucktechnik.
Im Blinddruck tauchen Wappen seit dem 15. Jahrhundert als Einzel-stempel auf. Wie weit sie als Eigentumsmerkmal aufzufassen sind,ist nicht leicht zu entscheiden. Klosterwappen sind am eindeutigstenals Besitzzeichen zu erkennen. Noch schwankender aber wird die Be-deutung der Wappen oder einzelner Wappenteile oder -Symboleauf den Rollen und Platten der Renaissanceeinbände deutschen Stiles.Wenn Richard Pynson um 1500 die Tudorrose als Schmuck anwendet,ist das so wenig ein sicheres Besitzerzeichen wie etwa die sächsischenWappen auf den sächsischen Rollen. Dagegen hat Jakob Krause,haben überhaupt die sächsischen Hofbuchbinder die Wappenplatteals Besitzzeichen in den Schmuck ihrer Einbände eingefügt. Vorsichtist aber bei der Beurteilung von Einbänden mit Wappenplatten stetsgeboten; denn es gibt Einbände (Endres hat dies für Würzburg über-zeugend nachgewiesen: „Archiv für Buchbinderei" 1930 S. 49ff. undS. 141), die mit solchen Platten geschmückt sind, ohne mit dem In-haber des Wappens etwas zu tun zu haben, obwohl auch für ihn diegleiche Platte Verwendung gefunden hat. Bekannt ist aber z. B., daßfür den Rat von Erfurt das Stadtwappen auf Pergamentbände blindaufgepreßt wurde, besonders im 17. Jahrhundert.Auch der orientalisch-italienische Schmuckstil der Renaissanceeinbändehat von Anfang an Besitzerwappen verwendet. Wir finden es auf denEinbänden der Corvina im 15. Jahrhundert, finden es ebenso auf denBänden für die französischen Herrscher, mindestens von Ludwig XII.an; dann begegnet es auf den Einbänden für die großen Bibliophilen,die de Thou, Colbert (Schlange), Hoym, Brühl, die ganze ungezähl-te Menge großer und kleiner Sterne am Himmel der Bibliophilie.Ohne einige heraldische Kenntnisse ist durch die Masse dieser Wap-pen kein Durchfinden möglich; J. Guigard hat es 1870—73 unter-nommen, in einem „Armorial du bibliophile" die wichtigsten fran-zösischen Supralibros zusammenzustellen (2. Aufl. 1890 als „Nou-veau armorial"). Für die einzelnen Gebiete Frankreichs gibt es eineReihe Spezialwerke. Zusammenfassend werden die Supralibros indem vielbändigen, seit 1924 in Paris erscheinenden „Manuel de l'ama-teur de reliures..." von Olivier, Hermal und de Roton veröffentlicht.
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