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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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ein Band hergestellt worden ist; aber die Frage, ob die Jahreszahl dasMeister jähr des Buchbinders oder das der Herstellung des Stempelsoder des Nachschnittes ist, ist nicht völlig geklärt und vorwiegend nurfür die Erforschung einzelner Werkstätten von Wichtigkeit. Das äl-teste bekannte Datum ist auf einer Platte von Jac. Moerart in Parisdas Jahr 1488.

All diese Jahreszahlen pflegen in Verbindung mit Buchstaben aufzu-treten, deren Bedeutung um so schwieriger zu bestimmen ist, als manoft nicht entscheiden kann, ob überhaupt ein Name sich dahinter ver-.birgt. Meistens sind es drei Initialen, die sich in einem Feld oberhalb derMitte rinden, korrespondierend mit der darunter angebrachten Jah-reszahl und wie diese nicht stets gleich bei Herstellung des Einban-des aufgedruckt. Drei Buchstaben bedeuten fast immer den Namendes Besitzers (Vor-, Haupt- und Ortsname), zu dessen Bestimmunghandschriftliche Einträge auf den Vorsätzen, Wappen oder andereMerkmale heranzuziehen sind. Die Zahl der Buchstaben erweitertsich bei Fürsten beträchtlich. Am bekanntesten sind hierfür die Buch-staben A. H. Z. S. C. (August Herzog zu Sachsen, Churfürst) aufJakob Krause-Bänden (aber auch auf Widmungsbänden für August!).Die zahlreichen Buchstaben können in anderen Fällen eine Deviseverbergen und so nur eine Andeutung des Besitzers sein. Da nun eineDevise wie V. D. M. I. A. (Verbum Dei manet in aeternum) im16. Jahrhundert unzählige Male vorkommt, schwierigere Devisenaber nicht leicht aus den Anfangsbuchstaben zu erraten sind, müssenweitere Merkmale herangezogen werden. Anhaltspunkte für dieBestimmung können dann die für den Einbandschmuck verwendetenPlatten geben; freilich darfeine feste Beziehung zwischen deren Dar-stellungen und dem Besitzer nicht immer angenommen werden. SelbstWappen sind (besonders bei Blinddruckbänden) willkürlich alsSchmuck verwendet worden. Diese Einzelbuchstaben sind aber einehäufige Form des Supralibros und haben sich als Monogramm durchalle Zeiten weiter erhalten.

Auch auf Rollen und Platten finden sich kleine Initialen oder Mono-gramme. Ihre Bedeutung ist noch unklarer als die der damit verbun-denen Jahreszahlen. Als Regel ist von Haebler herausgestellt worden:Initialen (getrennt) bedeuten den Buchbinder, Monogramme (ver-schränkt) den Stempelschneider. Doch kommen auch Fälle ungekehr-

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