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binder nennend, sei es als Sicherung des Besitzes oder als Ausdruckeiner Widmung. Meist ist der praktische Zweck dem Gesamtbild derEinbanddekoration untergeordnet; auch wenn die Schrift allein denDeckelschmuck ausmacht, ist die Einordnung in den künstlerischenEinbandentwurf verbindlich.
Fast alle Techniken, deren man sich zur Herstellung des dekorativenSchmuckes bediente, wurden auch für die Schrift auf dem Einbandherangezogen. In ungefügen gotischen Lettern stehen auf vielenLederschnittbänden Andeutungen des Inhalts mit Verfasser undkurzem Titel. Dieselbe Schriftart, jedoch gleichmäßig von Stempelnmit den Erfahrungen des inzwischen erfundenen Buchdrucks ge-druckt, begegnet bei den gotischen Einbänden, die am oberen Randden Titel blind, später auch goldgedruckt tragen, eine Erscheinung,die auf die Zeit weniger Jahrzehnte vor und nach 1500 beschränktist und vor allem bei den Bänden aus der Werkstatt Kobergers inNürnberg oder seiner Beauftragten beobachtet wird. Schon vorherwar Titelschrift mit Einzelstempeln blind gedruckt worden; solcheauch im übrigen blindgedruckten Einbände tragen die Schrift, derenInhalt mehr erzählend gehalten ist, als Rahmen für die Dekoration;zeitlich stehen diese Einbände, unter deren Herstellern Conrad For-ster und Johannes Richenbach am bekanntesten sind, so, daß manüber den Einfluß dieser Einzelstempeltechnik auf die Erfindung desBuchdrucks noch nicht ins reine gekommen ist. Eine andere Art derorganischen Einfügung in den Gesamtdekor brachte die Renaissance:die Anordnung des Schmuckes um ein Schriftfeld in der Mitte desDeckels. Das Band- und Rollwerk der berühmtesten Bände der ita-lienischen und französischen Renaissance umschließt den in der Mittemit Gold in Antiqua-Versalien aufgedruckten Titel des Buches. Wäh-rend diese organische Verbindung von Schrift und Schmuck, auchwenn diese etwa in einem oberhalb der Deckelmitte angebrachtenFeld zu finden ist, stets für die „welsche" Art des Renaissance-bandes charakteristisch bleibt, ist sie beim deutschen Renaissance-band selten geglückt, meist gar nicht versucht worden. Selbst beiden reich mit Goldornament geschmückten Einbänden Jakob Krau-ses erscheint die Titelschrift nur dann glücklich, wenn er die zentraleAnordnung vom „welschen" Band übernimmt. Auf den Blinddruck-
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