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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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zweck mehr Rechnung zu tragen, als es bei einem endgültigen Ein-band möglich gewesen wäre. Während noch um die Mitte des Jahr-hunderts diese Umschläge selten sind und heute oft zu gesuchtenKostbarkeiten geworden sind, da sie beim Binden meist entferntwurden, nehmen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts diekünstlerischen Umschläge stark zu und ihre Erhaltung wurde biblio-phile Regel. Frankreich, das Kautzschdas Musterland für den künst-lerischen Papierumschlag der Originalausgaben" nennt, hat dieseRolle unter dem Einfluß des rein typographischen Umschlages jetztaufgegeben; aber man kann an den älteren Mustern studieren, wiePlakatwirkung, aber auch der Charakter einer auf die Dauer berech-neten strengen Dekoration vermieden wird. Die einfacheren Verlags-broschuren sind in Frankreich vorzugsweise gelb, in Schweden undItalien weiß; Deutschland bevorzugt keine bestimmte Farbe. Dieprunkvolle Wirkung der im 17./18. Jahrhundert üblichen Broschürenin Brokatpapier wird im allgemeinen gar nicht mehr erstrebt; derUmschlag sagt so viel als möglich und so deutlich, als es der Verlegerverantworten will, was im Buch enthalten ist.

Noch andere Einbandarten zu betrachten, ihre Übereinstimmung mitden Forderungen der Einbandästhetik zu untersuchen, ist wohl nichtnötig, da nur noch Einzelfälle Gegenstand einer solchen Betrachtungsein könnten. Es würde, um ein Beispiel zu nennen, ohne weitereseinleuchten, daß ein Wiener Glaseinband von etwa 1815 einen etwaszu durchsichtigen Versuch darstellt, den Inhalt auch von außen sicht-bar zu machen. Andere ausgefallene Einbandstoffe, die auf Wunscheinzelner Sammler zur Anwendung kamen, schlagen ins Gebiet derBibliophilen-Pathologie und sind deshalb hier falsch am Platz. Da-gegen müssen noch einige regulär im Einbandschmuck vorkommendeElemente erwähnt werden, die für die historische Beurteilung vonEinbänden bedeutungsvoll sind.

Ein wesentliches Merkmal für Alter und Herkunft eines Einbandeswird stets den Scbriftelementen zu entnehmen sein, die in den Deckel-schmuck eingefügt sind. Man findet Schrift an dieser Stelle mit denverschiedensten Absichten verwendet, sei es rein für den Schmuck,sei es den Inhalt andeutend oder direkt angebend, sei es den Buch-

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