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Inhalt) ist noch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts dieManier einer ganzen Einbandgruppe, der „Cosway Bindings", dievon Riviere gebunden, von Miß Currie gemalt sind. Stilistisch lassensich diese Einbände am besten den Cameo-Bänden zuordnen. Derorientalische Einfluß, dem die Bemalung der Einbände in vielen Fäl-len zugeschrieben werden muß, ist hier so wenig zu spüren, wie er beiden Sieneser Bänden denkbar ist.
Besondere Schmuckweisen für den Pappband gibt es erst, seit derBuchdruck in den Dienst des Einbandschmuckes gestellt wurde. Vor-her wird er, wie er in der technischen Herstellung vieles mit dem Leder-einband gemein hat, auch im Schmuck, wenn auch in viel einfacherenFormen, ähnlich behandelt. Pappbände mit und ohne Ledernarbungweisen Golddruck an den Rändern und auf dem Rücken auf wie diegleichzeitigen Lederbände, sind in der Deckelmitte mit Wappen oderanderen beziehungsvollen Zierstücken geschmückt, wie es die Ein-bandkunst ihrer Zeit verlangte. Eine Gruppe hebt sich aus der Masseheraus: die Preis- oder Prämienbände — Widmungsstücke für guteSchüler mit goldgedrucktem und im Stil der Zeit in Kranz, Linie oderKartusche eingerahmtem Anlaß oder Lobspruch. Zur künstlerischenHebung des Pappbandes haben diese traditionellen Produkte nichtbeigetragen. Wesentlicher sind die Anregungen, welche von der ge-druckten Verlegerkartonnage ausgegangen sind. Hier muß nocheinmal an die frühen Broschüren mit Holzschnittumschlägen er-innert werden. Üblich wurde ein künstlerischer Entwurf für den Ver-legereinband im 18. Jahrhundert in Frankreich, wo z. B. Gravelot indieser Richtung tätig war, nachdem man sich vorher in Nachahmun-gen der Ornamentzeichner erschöpft hatte — auch dies ein Beitragzum Kapitel „Graphik und Bucheinband" —. Es sind wiederum diekleinen Taschenbücher und Kalender vor und nach 1800, welche diekünstlerische Verlegerkartonnage zu weitester Verbreitung geführthaben. Diese, mit dem oft ebenso geschmückten Schuber, als endgül-tig gedachten Einbände zogen auch bald die provisorischen Um-schläge des Verlegers nach sich; denn die an sich wenig verlockendeForm des broschierten Buches hatte doppelten Grund, sich in gefälli-gem Gewand darzubieten und der interimistische Charakter dieserUmschläge gab das Recht, dem Tagesgeschmack und dem Reklame-
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