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auf Leinen — all dies hat den Widerspruch geschmackvoller Bücher-freunde hervorgerufen und endlich Schmuckformen des Leinenbandesentstehen lassen, die eine buchkünstlerische Beurteilung, welchenicht zugleich Verurteilung ist, auch verdienen. Außer den Blind-und Goldpressungen, deren Qualität sehr verschieden ist, findet manbeim Leinenband häufiger als anderswo den Farbdruck angewendet;und diese Möglichkeit bereichert die koloristischen Ausdrucksfor-men des Einbandschmuckes wesentlich. Die Technik ist entweder diedes typographischen Farbdrucks oder des vom Golddruck her be-kannten Foliendruckes (dies das seltenere und teurere Verfahren).Auch Leinenstoffe können ihre Schmuckwirkung schon in derEigenart des Gewebes tragen; zur Anbringung des Titels ist bei dengröberen Stoffen und vor allem beim Handeinband die Verwendungvon Lederschildchen aus technischen Gründen kaum zu umgehen.
In der Vergangenheit spielten kostbarere Gewebe, Seide und Samt, eineweitaus größere Rolle als heute, und dem Einbandkünstler boten siegrößere Aufgaben als der moderne Leinenbezug. Einfarbiger Samt,rot, schwarz oder blau vorzugsweise, ist vom tiefen Mittelalter an bisin die neuere Zeit für kostbare Bücher (z. B. Breviere) zuerst, dannmehr für Andachtsbücher, persönliche Exemplare, Widmungen,Almanache beliebt gewesen und oft noch mit weiterem Schmuck,Stickerei, aber auch Blind- oder Golddruck versehen worden; derSchmuck geht mit der Zeit: Es gibt einen mittelalterlichen spanischenHüllenband von Samt mit Granatapfelmuster; später waren Wappen(von Metall oder gestickt) und Monogramme beliebter Schmuck.Seideneinbände sind seit dem 16. Jahrhundert in England sehr häufighergestellt und mit Stickereien geschmückt worden (zusammenfassendbehandelt vonCyril Davenport, „English embroidered bookbindings"London 1899). Die Muster wurden mit Seide oder Wolle, Gold- undSilberdraht, auch mit kleinen Perlen, zuerst in Flach-, später in Relief-stickerei angebracht. Wappen und Embleme, aber auch naturalisti-sche Motive und reine Ornamente kamen zur Darstellung; als manspäter (im 17./18. Jahrhundert) zu Porträts und Ganzfiguren über-ging, entstanden verzerrte Bilder, welche die Entartung einer un-buchbinderischen Schmucktechnik deutlich vor Augen führten. Dieenglischen Könige Hebten diese Einbände; Königin Elisabeth soll
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