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gesetzt. Die eigentlichen Schmuckflächen, die Deckel und der Rücken,verändern nur wenig ihre Grundgestalt und immer wieder heißt es,in diese gegebene Form neuen Schmuck einzufügen. Die Flächen sindauch so deutlich voneinander getrennt, daß ihre Verbindung durchden Schmuck keineswegs allgemein ratsam ist. Natürlicherweise siehtman Rücken und beide Deckel des Buches so gut wie nie gleichzeitig;eine durchlaufende Ausschmückung, wie bei den sprechenden Ein-bänden beliebt, läßt sich kaum rechtfertigen, vor allem wenn es nichtgelingt, jede Einzelfläche, besonders den Rücken, auch zu künstle-risch einwandfreier Einzelwirkung zu bringen. Anders ist es mit sol-cher Verbindung bei mehr konstruktivem Dekor, da in solchem Falldie technische Verbindung der einzelnen Schmuckflächen auch inder Schmuckgestaltung zum Ausdruck gebracht werden kann, soetwa, wenn die durch Goldlinien betonten Bünde durch ein Netz vonLinien, welche an den Ansätzen der Bünde beginnen, fortgesetzt wer-den. Noch schwieriger als mit dem Rücken, läßt sich der Einband-schmuck mit Steh- und Innenkanten verbinden; gewisse Lösungensind in einem beschlägeähnlichen Motiv, das von der Stehkante anden Ecken auf beide Deckelseiten übergreift, und in der Absetzungeiner Vorderkante (etwa einem Streifen am Rücken entlang entspre-chend) gefunden worden. Lediglich der farbige Papierumschlag, dernur in loser Beziehung zum Buch steht und viel mehr den Gesetzender Reklame als denen der Buchkunst unterliegt, kann eine von Flächezu Fläche übergreifende Schmuckdarstellung vertragen.Die stark zeichnerisch betonten Schmuckweisen, in denen die fran-zösischen Buchbinder vor 1900 noch schwelgten, und die unter demEinfluß des Verlangens nach einem äußeren Symbol für den Inhaltauch in anderen Ländern mehr zeichnerische als buchbinderischeFähigkeiten für den Einbandschmuck verlangten und damit mehr alsbisher den entwerfenden Künstler — nicht immer zum Vorteil fürdie buchbinderische Arbeit — auf den Plan riefen, sind in den letztenJahren wieder einem Besinnen auf die werk-, ja werkzeuggerechtenDekorationsmotive gewichen: Linie, Bogensatz und Stempel; die„neue Sachlichkeit" hat ein großes Verdienst an dieser Entwicklung.Die naturalistischen, aus der Pflanzen- und Tierwelt geschöpftenFormen wurden, als sie noch die stilisierte Umbildung durch denJugendstil durchgemacht hatten, von einer höheren Form symboli-
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