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Deckel, Rücken und Schnitt. Auch der Einband gotischen Charak-ters ging, wenigstens in den Titelschriften, zur Vergoldung über; dasErbe der gotischen Schmucktechnik an die Renaissance, die Platteund die Rolle, paßten sich den ausländischen Schmuckformen an durchdie Umstellung zur Vergoldung, worauf ja schon der Stempelschnei-der Rücksicht nehmen mußte. Die Stätten, an denen diese Technik zurMeisterschaft gebracht wurde, sind auch die Zentren der deutschenEinbandkunst im 16. Jahrhundert. Zwischen dem ersten Auftretenvergoldeter Platten in den 30 er Jahren bis zu den Höhepunkten dieserZierweise vergehen einige Jahrzehnte. In Sachsen ist es wieder dieWerkstatt der kurfürstlichen Hofbuchbinder, welche den deutschenRenaissanceband zur Vollendung führt, Porträtplatten des Kurfürstenund sächsische Wappenplatten in die Mitte der Deckel setzend, vonhauptsächlich ornamentalen Rollen umrahmt, wenn auch das Mittel-feld mit Einzelstempeln die mandelartige Form des orientalischenMusters erstrebt; doch sind die Zwischenstufen zahlreich genug, umeine schematische Einordnung zu verhindern. In reinerer Form ist diedeutsche Art in den einfacheren Einbänden anderer, unbekannterWerkstätten ausgeprägt, Einbänden, die sich durch die Vorliebe fürfigürliche Platten und rein ornamentale oder allegorisierende Rollen(die zum Teil unverändert vom Blinddruck übernommen sind), durchRahmenteile, die nur mit Blütenstempeln ausgefüllt sind, und durchdas Hervortreten der umrahmenden Rollen aus der Fläche charakte-risieren.
Einfacher sind die Einbände aus einer andern deutschen Pflegestätteder Einbandkunst, aus der Heidelberger Hofbuchbinderei, solangesie sich an den deutschen Stil halten. Diese der Mitte des 16. Jahrhun-derts entstammenden Stücke für Pfalzgraf Ottheinrich bringen unteranderen selbständigen Entwürfen auch eine neue Schmuckvertei-lung, die Schule macht: Platte (Porträt und Wappen — daran deut-lich zu erkennen; außerdem Bindejahr aufgedruckt) als Mittelstück,Rolle als äußerer Rahmen, in den Ecken florale Einzelstempel nachitalienischer Art, und durch eine von Rolle gebildete Raute die Plattemit dem Rahmen verbunden. Während die französische Art, Bandwerkim Grolierstil, später in der Heidelberger Werkstatt bevorzugt wird,findet diese für Deutschland neue Lösung der Deckelaufteilung, dieauch bei Grolier vorkommt, Nachahmung bei deutschen Buchbin-
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