ist in den Knotenwerkbänden der Corvina ebenso zu finden wie dasrein orientalische mandelförmige Mittelstück, der kleine vergoldeteEinzelstempel ebenso wie die in der italienischen Renaissance so be-liebte Plakette. Wappen und Rabe (als sprechendes Wappentier) kenn-zeichnen einen großen Teil dieser berühmten Einbände; die genaueFeststellung ist nur mit historisch-philologischen Mitteln möglich, wiees A. de Hevesy in vorbildlicher Weise in seinem grundlegenden Werk„La bibliotheque de Matthias Corvin" (Paris 1923) geleistet hat.Mit der orientalischen Schmucktechnik der Vergoldung kommt auchdie orientalische Schmuckform nach dem Norden. In der 2. Hälfte des16. Jahrhunderts beginnen das mandelförmige Mittelstück und die ent-sprechenden Eckstücke in einfacher Umrahmung sich durchzusetzen.Platten für diese Hauptschmuckstücke zeigen einen Goldgrund unddaraus das Bandwerk des Renaissanceeinbandes hervorragend. In die-ser Form oder zu mehr rautenförmiger Grundgestalt umgewandelt,auch unter Hinzuziehung des Rollwerks und der Mittelkartusche, gold-oder blindgedruckt, ist das orientalische Schmuckmotiv auch das desgut gebundenen Gebrauchsbandes in Deutschland durch das 17. Jahr-hundert und noch ins 18. hinein. Auch der Einband ä petits fershält sich oft an diese Grundform, die freilich von einer bewußtenNachahmung des östlichen Vorbildes weit entfernt ist und ebensostarke Anregung auch von der Hochrechteckform des Buches, dersich der Schmuck anpassen muß, empfängt. Ganz deutüch ist aber derorientalische Einfluß bei den Einbänden der Werkstatt Jakob Krauses,bei denen Platten mit den orientalischen Filigranmotiven und in denüberlieferten Grundformen des islamischen Einbandschmuckes zur An-wendung kommen. Auch für die Gestaltung von Bandwerkplatten fürganze Einbanddeckel hat diese Schmuckform Bedeutung behalten.Neben dieser Übernahme der ganzen Schmuckform aber geht eineÜbertragung der Technik auf die vorhandenen Schmuckweisen her. Derblindgedruckte deutsche Renaissanceband war zu fest eingebürgert,als daß er sich gleich mit Einsetzen der neuen Einflüsse aus dem Südenund Südosten in seinem ganzen Aufbau hätte umgestalten lassen. Vielrascher wurden die neuen technischen Einzelheiten übernommen, wäh-rend die Schmuckformen bestehen blieben: Pappen als Deckelstoff,feinere Leder für den Bezug, Seidenbänder zum Verschluß, und alsdas wichtigste: die Vergoldung für alle Außenflächen des Einbandes,
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