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das Darüberdecken der stumpfwinkligen Klappe keine Veränderungdes Musters bringt (was bei den neuen Einbänden nicht mehr strengdurchgeführt ist). Die orientalischen Einbandschmuckformen im ein-zelnen zu besprechen ist in diesem Rahmen nicht möglich; Loubiergibt eine gute Zusammenfassung; reichhaltige Tafelwerke habenFriedrich Sarre („Islamische Bucheinbände", Berlin 1923) und EmilGratzl („Islamische Bucheinbände des 14.—19. Jahrhunderts", Leipzig1924) veröffentlicht.
Besonders charakteristische Beispiele des orientalischen Einflusses sindin der Gothaer Bibliothek erhalten, in Venedig wohl von einem orien-talischen Künstler und für einen deutschen Bücherliebhaber, PetrusUgelheimer aus Frankfurt, gearbeitet; zwar zeigen diese Bände deut-sche Bindetechnik, aber der Schmuck besteht aus der persischen Le-derfiligranarbeit (über Seide) in orientalischen Formen; dazu kommenAbdrucke römischer Kaisermünzen und Rahmen von einem typischitalienischen regelmäßigen Blattwerkmotiv. ■— Ganz orientalischmuten auch die Venetianer Einbände an, bei denen die starke Vertie-fung der Rand-, Eck- und Mittelstücke durch ausgeschnittene Karton-auflage erzielt ist; im mandelförmigen Mittelstück findet sich alsHauptschmuck der Markuslöwe. Fast jeder Einband aus dieser Über-gangszeit zeigt ein anderes Stadium des Aufgebens der alten Technikunter dem Einfluß der neuen Schmuckformen. Am lehrreichsten da-für, freilich auch am schwierigsten in den einzelnen Erscheinungen zuerklären, sind die italienischen und ungarischen Einbände aus denBibliotheken des Kardinals Vitez und darnach vor allem des Ungarn-Königs Matthias Corvinus (1458—1490). Während man an den 159erhaltenen Einbänden dieser Bibliothek, die man sich an 40 Orten zu-sammensuchen muß, vielfach die traditionellen Holzdeckel, die star-ken Doppelbünde und andere Kennzeichen der überkommenen Tech-nik findet und sich über die Herstellung in Ofen einig ist, gibt die Her-kunft der Vergoldung und des Schmuckes Rätsel auf, und die Frage,ob Neapel oder Venedig den Haupteinfluß ausgeübt habe, ob unga-rische Buchbinder unter dem Einfluß der neuen Kunstrichtungen dieHersteller waren, oder ob italienische Künstler an den Hof des Königsgezogen worden sind, ist noch offen. Der neue italienische Stil, der inVenedig, Florenz und Neapel besonders ausgebildet wurde und andiesen Zentren jeweils zu Schmuckeigentümlichkeiten geführt hat,
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