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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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Einzelne Rollen und einzelne Platten sind in vielen Ländern ge-braucht worden; die Verbindung von Rollen und Platten auf einem Ein-band in der Weise, daß die in der Mitte angebrachte Platte von Rollenumrahmt wurde, ist fast ganz auf das deutsche Gebiet und das 16. Jahr-hundert (mit einigen räumlichen und besonders zeitlichen Aus-läufern) beschränkt. Deshalb hat sich auch Konrad Haebler für seine„Rollen- und Plattenstempel des 16. Jahrhunderts" (2 Bände, Leip-zig 1928—29, = Sammlung bibliothekswissenschaftlicher Arbeiten,Heft 41—42), ohne es im Titel ganz zu sagen, diese Grenze auferlegenkönnen. Die Tatsache, daß zwei Bände von je etwa 500 Seiten dasvon einem Kenner mit Unterstützung einiger weniger Fachleutegesammelte Rollen- und Plattenmaterial verzeichnen, ohne nur an-nähernd vollständig sein zu wollen, gibt einen Begriff von dem großenUmfang dieses Gebietes historischer Einbandkunde. Ein Blick in dasikonographische Register lehrt, welche Fülle von Vorwürfen für diegravierten Darstellungen schon bekannt sind — biblische Stoffe inerster Linie, Porträts aus allen Kulturgebieten, Wappen, als die weit-aus überwiegenden Motivgruppen — in wie vielerlei Form die glei-chen Motive stets wieder abgewandelt wurden, wie viele örtlich weitgetrennte Buchbindereien die gleichen Darstellungen gebrauchthaben, wie schwer es also ist, einen solchen Einband einer bestimm-ten Werkstatt zuzuweisen. Außer der Darstellung selbst und der even-tuell darauf angebrachten Schrift (deren Text inhaltlich sehr konser-vativ ist, aber in der Verteilung auf die Zeilen wechselt) ist das For-mat von Bedeutung für die Bestimmung. Es ist beim Messen desFormats genau darauf zu achten, daß der äußerste von der Platte ein-gedruckte Rand erkannt wird — eng daneben gelegte Streicheisen-linien oder Rollenabdrücke können diese Feststellung bedeutend er-schweren —; bei der Rolle gilt als Länge das ganze Stück, bis sichdas Muster wiederholt; einzelne Bilder der Rolle werden nicht ge-messen, ihre Beschreibung geht von oben nach unten, entgegen demAblauf der Rolle. Ein sicherer Verlaß auf diese Maße ist nicht mög-lich, da das Leder im Lauf der Zeit geschrumpft oder verzogen seinkann. Verschiedene Stempel mit gleicher Darstellung sind oft nurwenige Millimeter in der Größe auseinander; bei der Bestimmungist deshalb größte Vorsicht nötig. Wichtige Anhaltspunkte ergebendie oft eingravierten Initialen und Monogramme, etwa zu beiden

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