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Seiten neben einem dargestellten Kopf angebracht. Nach diesenInitialen, die oft den Buchbinder bedeuten, ist Haeblers Verzeichnisgeordnet und in vielen Fällen ist es möglich gewesen, den Buchbinderaus den Akten genau festzustellen. Die miteingravierten Jahreszahlenkönnen die zeitliche Bestimmung nur so weit fördern, daß sie einenfrühesten Zeitpunkt angeben; denn diese Zahlen sind entweder dasJahr der Gravierung oder das Meister jähr des Buchbinders. AlsSignierungen von Künstlern haben die eingravierten Buchstabenschon früh das Interesse der Kunstwissenschaft gefunden; wenn manneben Haebler auch Nagler (Die Monogrammisten) bei der Beschrei-bung solcher Einbände zitiert findet, so ist das eine Mahnung, dieVerbindung des Schmuckmaterials mit der graphischen Kunst derZeit nicht außer Acht zu lassen. Schon ein so vielseitiger Gelehrter wieJohann Salomo Semler hatte in seinen „Sammlungen zur Geschichteder Formschneidekunst in Teutschland" (Leipzig 1782) ausschließ-lich Einbände dieser Art in Erkenntnis ihrer kunsthistorischen Be-deutung beschrieben.
Weniger der Herkunftsbestimmung des Einbandes als der Aufdek-kung der künstlerischen Zusammenhänge dient dies Achten auf die Ein-flüsse von der zeitgenössischen graphischen Kunst her. Wie einst beimLederschnitt die Stecher der Zeit Vorbilder für den Lederschnitt-künstler geliefert haben, so finden sich jetzt die ornamentalen undfigürlichen Motive aus der Graphik der Zeit in den Platten und Rollenwieder, Urs Graf, Hans Holbein, die Cranachschule; selbst Dürer istauf solchen Einbänden entdeckt worden — und systematischer Unter-suchung stehen noch viele derartige Entdeckungen bevor. Diese Ver-bindungen zur reinen Kunst der Zeit sind außer den kulturhistorischenAufschlüssen, welche die Darstellungen vermitteln, das Reizvollstean den in der Ausführung selten über das Handwerkliche hinausfüh-renden Blinddruckbänden der Renaissance. Zu den häufigsten Por-träts gehören die der sächsischen Fürsten und der Reformatoren —die Herkunft der meisten Platten aus Sachsen (mit Wittenberg alsHauptort für die Herstellung) ist daran mehr schuld, als etwa beson-ders große Bücherliebe und Bindetätigkeit in diesen Ländern; vonsächsischen Einbänden kann man deshalb auch zunächst nur in diesemSinn der Stempelheimat, nicht der Bindeheimat sprechen. Danebenist Königsberg ein Zentrum dieses Einbandschmuckes und als sol-
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