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charakteristischen Blattkonturen begrenzt ist. Durch Aneinander-reihen dieses einen Stempels ist eine Gruppe der schönsten und indi-viduellsten Blinddruckeinbände des Mittelalters enstanden. Man nenntdiesen Stempel Kopfstempel, weil nicht eine Zeichnung oder Gravurdas Stempelbild auf das Leder überträgt, sondern der ganze Kopf desStempels als solcher das Leder in voller Fläche niederdrückt. Nach die-sem charakteristischen Stempel werden auch die Einbände genannt.Sie scheinen in Süddeutschland häufiger zu sein als in irgendeineranderen Gegend und lassen sich auf die enge zeitüche Spanne derzweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts eingrenzen. Allerdings wird dergleiche Stempel auch in anderer Weise verwendet, wie z. B. WienerEinbände beweisen. Außerdem kommt dieser Stempel auch mit ge-punzter Fläche vor, und mit gewellter Grundlinie bildet er, sinngemäßaneinandergefügt, die gotische Rautenranke.
Ein Motiv des Stempeldruckbandes, das im 12. Jahrhundert einegroße Rolle gespielt hatte, fehlt bei den deutschen Einbänden im15. Tahrhundert fast gänzlich, um in Italien desto eifriger Verwendungzu finden: die zu fortlaufenden „Geriemsel"-Mustern zusammenge-setzten Knotenwerkstempel. Mittelfeldfüllungen dieser Art gibt es nurin Italien Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts. Im übrigensind auch diese frühen italienischen Einbände annähernd nach demüblichen Schema — ein Rahmen mit einer Stempelreihe — geschmückt,nur unterscheiden sie sich durch die in Deutschland erst viel später anden südlich beeinflußten Einbänden auftretenden Gehrungslinien,durch zierlichere und sinnvoller in die Schmuckfläche eingeordneteBuckel, durch die Art der Schließenbefestigung, durch die vielfälti-geren Streicheisenlinien, die sich nicht überschneiden. Außerdemkommt ein kleiner kreisförmiger Stempel vor — die Keimzelle derVergoldung, wenn auch nicht in Italien entstanden, sondern wie dasKnotenmuster von Ägypten und Nordafrika übernommen. Es ist alsoeine Verbindung verschiedener Einflüsse, die den italienischen Blind-druckband gestaltet, ehe er, im Golddruck zu eigenem Stil gefestigt,wieder nach Frankreich und Deutschland neue Schmuckweisen bringtund sich mit den dortigen zu neuen Formen verbindet. Doch hatte derNorden noch einen guten Teil der Renaissancezeit hindurch seineneigenen auf den Blinddruckmotiven beruhenden Stil.
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