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bilder geliefert (der Meister E. S., der Meister des Hausbuches). Dieösterreichischen Bände sind auch im 15. Jahrhundert meist mit Tier-und Pflanzendarstellungen geschmückt. Die Salzburger Einbände fürden Bibliophilen Erzbischof Bernhard von Rohr bringen den Leder-schnitt schon in Verbindung mit Blinddruck. Weniger kostbareEinbände sind auch anderswo auf dem Rückdeckel nur mit Blind-druck behandelt. Die Dekoration ist im übrigen wenig einheitlich; nurein äußerer, meist mit Blattmotiven geschmückter Rahmen ist üblich,in den sich auch die Eckbeschläge, die selten fehlen, gut einfügen.Die höchste Blüte hat der Lederschnittband in Nürnberg erlebt. Diekunstvoll und mit Maß getriebenen Lederarbeiten, die Einbände mitbesonders reicher, künstlerisch hochstehender Zeichnung sind über-wiegend fränkischen Ursprungs (auch Bamberg hat Teil daran). Fürdas mitteldeutsche Gebiet fehlt Material, um Allgemeines zu sagen.Die sehr zahlreichen österreichischen Einbände sind einfacher imDekor, freilich auch einheitlicher; die stilisierten und naturalistischenBlattornamente, die in die Deckelfläche hineinkomponierten Einzel-tiere, nur durch gepunzten Grund aus der Fläche herausgehoben, sindkaum weniger bewundernswert, als die oft überladenen fränkischenArbeiten, die in der Eigengestaltung des Einbandes ohne Rücksichtauf Zweckmäßigkeit und Inhalt nach heutigen Begriffen etwas zuweit gehen. Leider waren es gerade diese Bände, die man in falscherBegeisterung für das überkommene Schöne im 19. Jahrhundertglaubte nachahmen zu müssen.
Der Lederschnitt, bei anderen Gebrauchsgegenständen durch dieJahrhunderte hindurch nicht in Vergessenheit geraten, hat auf demGebiet des Bucheinbandes seit dem 16. Jahrhundert vollständig geruht,bis Georg Hulbe in Hamburg um 1880 sich durch den Lederschnitt-band im dortigen Museum für Kunst und Gewerbe zur Wiedererwek-kung dieser Einbandschmucktechnik begeistern ließ. Hulbe machteSchule, die Technik ist wieder erweckt, und einer der Schüler, H. Pral-le, hat das erwähnte Lehrbuch geschrieben, das im Technischen zu-verlässig ist, dessen historischen Teilen man sich aber besser nicht an-vertraut. Für Alben und Adressen, für Familienbücher und kirchlicheBände findet der Lederschnitt gelegentlich und häufiger als für denausgesprochen bibliophilen Einband Verwendung. Ein eigener, demmodernen Empfinden gerecht werdender Stil hat sich in dieser Tech-
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