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mosaik) uad der Lederaufläge. Die erstere dieser Techniken ist dieweitaus schwierigere und deshalb seltener angewandte; bei ihr werdendie Lederstücke so ausgeschnitten, daß sie sich genau zu der voll-ständigen Deckelfläche ergänzen; die Verbindung der Stücke muß sogenau passen, daß sie nur als Linie erscheint und nicht durch etwaigeGoldlinien verdeckt werden muß. Die häufigere Lederauflage ent-steht durch Aufkleben feinstens ausgeschärfter farbiger Lederstück-chen auf die Lederunterlage; an den Konturen wurden meist Gold-linien aufgedruckt, um den Rand zu verdecken. Solche Einbände gibtes bei den großen Büchersammlern seit dem 16. Jahrhundert; beiGrolier ist einer bekannt — früher hat man auch bemalte Bände fürLederauflage gehalten —. Die große Zeit der Lederauflage leitet im18. Jahrhundert Antoine-Michel Padeloup ein; er liebte durch Le-dermosaik tapetenartige Wirkungen durch farbige Behandlung einesWiederholungsmusters zu erzielen. Die berühmtesten Mosaikbändesind die von Lemonnier und in seinem Stil (Ende des 18. Jahrhunderts),ausgeführt in leuchtenden Grundfarben und mit naturalistischenZeichnungen (Vögeln und vor allem Blumen) geschmückt. Dienachahmenden Meister des 19. Jahrhunderts haben gerade in dertechnische Virtuosität verlangenden Ausführung solcher Aufgabenbesondere Freude gefunden und die malerische Wirkung in den„reliures parlantes" (den Inhalt illustrierenden Einbänden) bis zumMißbrauch getrieben. In den Grenzen des Geschmacks hielten sichdie berühmtesten französischen Meister dieser Technik, Henri (Ma-rius-)Michel der Jüngere (f 1925) und Charles Meunier. In Deutsch-land sind diese Techniken früher so gut wie gar nicht geübt worden;beim modernen Einband sind sie ein beliebtes Hilfsmittel geometri-scher Formensprache; auch die Schrift, die Otto Gurbat in solcherForm auf Einbände bringt, ist in Lederauflage ausgeführt.Aber Lederbände, die allein auf Materialwirkung gestellt sind, neh-men, so groß ihr Wert im einzelnen ist, doch der Zahl nach eine sehrbescheidene Stellung ein gegenüber denen, die mit besonderenSchmucktechniken weiter behandelt sind. Unter diesen Techniken seiendie, welche das Leder selbst zur Gestaltung des Schmuckes verwen-den, den anderen, welche noch weitere Schmuckmittel —■ Gold,Farbe — benötigen, vorweggenommen.
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