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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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und Leistung differenzieren ließen und so bei genauer Kenntnis derEinzelheiten des Schmuckes der historisch-kritischen BeurteilungHandhaben lieferten. Leder ist in den schönen Qualitäten, die für denguten Bucheinband Verwendung finden, ein Material, das auf beson-dere Schmucktechniken nicht angewiesen ist, um künstlerisch zuwirken. Diese Schönheit ist bei den mittelalterlichen Lederbänden ohneweiteren Schmuck meist verlorengegangen. In dieser Zeit, die nurwenig andere Einbandstoffe kannte, war es der einfache Einband, derohne Schmuck blieb, und diese Einstellung müssen wir auch bei Be-trachtung von Ledereinbänden neuerer Zeit berücksichtigen. Diereine Materialsprache des Leders ist eine Neuentdeckung des Kunst-gewerbes unserer Generation. Farbe, Oberfläche, Narbe des Lederskann dem Auge und der befühlenden Hand ebensosehr den Buchinhaltsymbolisierender Schmuck sein, als es bisher allegorische, realisti-sche oder andere Zierweisen, welche das Leder nur als Unterlage fürGold und Farben betrachteten, gewesen sind. Die Buchkünstlergruppe,die im Geist derneuen Sachlichkeit" aufgewachsen ist, kennt dieseWirkungsmöglichkeit und zeigt sie ohne sich darauf zu beschrän-ken an technisch und künstlerisch vollendeten Einbänden, die demÜberdruß der Zeit an teurem Prunk entgegenkommen: die großenFlächen schmuckfreier Deckel lassen die ausgesuchten Farben erstrecht sprechen, laden zum Öffnen des Buches ein, statt als Kunstwerkfür sich gelten zu wollen.

Die Materialwirkung kann durch Verwendung verschiedenfarbigerLeder erhöht werden. Moderne L,edermosaika.rb&iten setzen Fläche ne-benFläche, das Spiel derFarben undFormen geschickt für die Schmuck-idee ausnützend. In dieser Schmuckart ist Otto Pfaff führend, einerder fähigsten Kunstbuchbinder in der jüngsten Generation. Allefrüheren Versuche, mit verschiedenfarbigem Leder zu arbeiten, ord-neten diese Farbteile einem zeichnerischen Schmuckentwurf unter;es entstand so farbiges Bandwerk oder farbige Figuren, also eine Be-lebung der in anderen Techniken angebrachten Zeichnung, nicht abereine Wirkung zueinander abgestimmter verschiedenfarbiger Flächen.Man hat bei der Schmuckweise mit verschiedenfarbigen Ledern zwi-schen zwei abweichenden Techniken zu unterscheiden, die freiüchbeide gemeinhin als Ledermosaik bezeichnet werden, nämlich zwi-schen der Ledereinlage oder Lederintarsia (dem eigentlichen Leder-

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