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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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vergoldet, aufgesetzt. Jeder dieser Einbände zeigt anderen Entwurf;die Motive der deutschen Renaissance-Kleinkunst sind in ihrer ganzenReichhaltigkeit wiederzufinden. Unter den ähnlich prunkvollen Gold-schmiedeeinbänden des 16. Jahrhunderts sind noch die Silberarbeitendes Warburger Goldschmiedes Anton Eisenhoit von 158889 er-wähnenswert, Platten in Treibarbeit, die biblische Szenen in figür-licher Überfülle darstellen.

Einen Blick muß man auch auf die Rücken der Goldschmiedebändedieses und der folgenden Jahrhunderte werfen. Während die einenKünstler die ganze Decke einheitlich als Schmuckfläche betrachtetenund deshalb den Rücken, nur in Scharnieren beweglich, in die Deko-ration der Deckel einbegriffen haben, legen andere mehr Wert auf dietechnische Brauchbarkeit der Rückenausführung und gestalten ihnals ein kettenartiges System aneinander beweglicher Scharniere, sodaß ein solcher Rücken ebenso gelenkig ist wie jeder Lederrücken;diese Vernachlässigung des Rückenschmuckes, die nicht einmal ganznüchtern wirkt, konnte um so eher gewagt werden, als beim Einbandmit schweren Metalldeckeln die Bedeutung des Buchrückens völliggegen die Deckel in den Schatten tritt. Eine originelle Form findetman an Einbänden für den englischen Bibliophilen John Evelyn(17. Jahrhundert); der Goldschmied hat als Rückenschmuck von dervorderen zur hinteren Platte das umgelegte Monogramm des Besitzers(JE verschränkt) angebracht. Die im 17.18. Jahrhundert vorkom-menden Buchkapseln von ziseliertem Messing kennen kein Problemder Rückengestaltung; der Rücken ist eine Kastenfläche wie die fünf an-deren. Daß man in Nürnberg im Jahr 1621 einBanco-Buch" mit aus-wechselbarem Einband (je nach der Gebrauchsgelegenheit) herstellte(ein Leder- und ein Silbereinband), mag als zwischen Einband undKapsel stehende Kuriosität hier Erwähnung finden. Dem schöpferi-schen Einbandgestalter gelingen immer wieder neue Lösungen undgerade da, wo nicht das eigentlich einbandmäßige Material den Kreisder Möglichkeiten eng umgrenzt, sind die eigenartigsten Lösungenmöglich.

Das heißt nicht, daß nicht auch das Leder, der Einbandstoff par ex-cellence, eine Fülle von Schmucklösungen inspiriert hätte, die sichnach Zeit und Land der Entstehung, nach der künstlerischen Herkunft

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