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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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schmelzplatten. Reiche Metallplastiken kommen auch noch auf Ein-bänden des späten Mittelalters vor, aber Huldigungen an das Buch,wie sie von kunstfertigen Mönchen und Handwerkern in die Gold-schmiedearbeiten an hochmittelalterlichen Einbänden gelegt wordensind, finden sich in der ganzen Geschichte des Bucheinbandes nichtwieder.

Eine einfachere Art des metallverzierten Einbandes, die im spätenMittelalter schon ihre endgültige Form gefunden hat, hat sich bis inunsere Tage lebendig erhalten können, nämlich die Verwendung vongeschmiedeten oder gegossenen Beschlägen aus Silber oder einfacherenMetallen, meist Bronze. Das Anbringen von 4 Eckstücken und einemMittelstück ist die naturgegebene Form, wo nicht eine größere Dar-stellung den Deckel füllt. Unterlage ist ungemustertes, später höch-stens mit seiner Narbe wirkendes Leder, oder ein Gewebe, meist roteroder schwarzer Samt. Neben rein ornamentalen Zierstücken kommtvor allem für das Mittelstück früh schon die Verwendung des Be-sitzerwappens als Schmuckstück in Gebrauch. An den Ecken sind imMittelalter die Evangelistensymbole behebt. Aus der gotischen Zeitsind schöne Stücke dieser Art erhalten. Kunstvolle Beschläge in ähn-licher Form sind auch bei den blindgedruckten Einbänden des 16. Jahr-hunderts noch sehr behebt und meist von höherem Wert als der Le-derschmuck. Dann aber hat sich diese Schmuckform wieder fast ganzauf kirchliche Bände und einige Familienchroniken und ähnliche re-präsentative Stücke beschränken müssen, und wenn auch noch man-ches schöne Stück geschaffen worden ist, so nimmt es sich unter dengleichzeitigen Ledereinbänden doch nicht recht passend aus.Ganz ohne kostbarere Erscheinungen des Metalleinbandes war auchdas 16. Jahrhundert nicht. So hat dieSilberbibliothek des Herzogs Al-brecht von Preußen" (152568) Weltberühmtheit erlangt. Die20 Silbereinbände, die (in der Universitäts-Bibliothek Königsberg) er-halten sind, wurden für des Herzogs Gemahlin Anna Maria angefer-tigt, die ältesten drei von Nürnberger Goldschmieden, die übrigennach diesen Vorbildern in Königsberg. Die auf die Einbände aufge-setzten Silberplatten sind mit Bandwerk- und Arabeskenmotiven zise-liert; die Graphik der Zeit hat die Vorbilder dazu geliefert, wie wir esauch bei anderen Einbandschmuckformen beobachten können. Aufdiese Platten sind als Eck- und Mittelstücke noch plastische Teile,