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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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endung, daß auf ein hochentwickeltes Kunstgewerbe geschlossenwerden kann. Mehr als bei manchem späteren Einband dieser Art sindbei den Deckeln in Monza die Formgesetze des Bucheinbandes be-achtet; wenn also die Geschichte des Goldschmiedebandes mit diesemStück beginnt, so ist es nur aus Mangel an früheren überliefertenStücken. Wir wissen aber aus der Literatur schon von einem derarti-gen in Gold und Edelstein gefaßten Einband aus dem Jahr 3 26; er ge-hörte zu einem Evangeliar, das Konstantin der Große einer römischenKirche überreichen Heß. Jeder der vielen Einbände dieser Art, die auskirchlichem Besitz in beträchtlicher Zahl erhalten sind und sich heutenoch manchmal in Sakristeien verbergen, ist ein Kunstwerk für sich;Verbindungslinien zu ziehen,gelingt noch selten; bestenfalls ist durch ar-chivalische Nachrichten die Herkunft, durch Merkzeichen der Gold-schmied zu ermitteln. Das hohe Mittelalter ist die Blütezeit des mitGoldschmiedearbeit verzierten Einbandes. Die kostbarsten Stückesind ganz mit Goldplatten bedeckt, aus denen der Goldschmied oftein Relief mit reicher figürlicher Darstellung getrieben hat. Danebenzeigen auch schon die frühesten Stücke feinste Filigranarbeit; fast ankeinem dieser Einbände fehlt eine Steigerung der prunkvollen Wir-kung durch Edelsteine. Das reichste Beispiel dieser Art (freilich einigerSteine beraubt) ist der Codex aureus der Bayerischen Staatsbibliothekaus dem 9. Jahrhundert. Ein ähnlich reicher und ebenso berühmterEinband, der des Echternacher Evangeüars aus dem 10. Jahrhundertin Gotha, zeigt außerdem die Verbindung dieser Schmuckart mit demElfenbeinreüef in der Mitte und mit kleinen Emailplatten für dierahmenden Linien. An die Stelle des Goldes tritt manchmal auch Sil-ber; die Edelsteine werden durch Perlen ergänzt; Zellenschmelz-platten sind oft noch in den Schmuck eingefügt. Außer den getriebe-nen Metallplatten und der Filigranarbeit üeferte der Goldschmiedaber auch noch ausgeschnittene Metallplatten mit ziselierter Zeich-nung. Diese Platten wurden mit Vorliebe auf den Rückdeckeln, dieflach aufliegen sollten, angewendet; doch bildeten sie auch auf denVorderdeckeln einen würdigen Schmuck. Solche ausgeschnittene Me-tallarbeiten kommen seit dem 11. Jahrhundert vor. Sie haben Samtoder ein farbiges Gewebe, selten Leder als Unterlage. Diese Einbändesind auch noch im späten Mittelalter behebt neben den erst seit dem12. Jahrhundert recht in Übung gekommenen Deckeln mit Gruben-

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