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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
Seite
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so auch eine sorgfältige Aufbewahrung veranlaßt hätte, sondernauch in der großen Wertschätzung überhaupt, die dem Buche ent-gegengebracht wurde, als es noch selten war. Die Geschichte des Ein-bandes zeigt aber auch eine Entwicklung der Schmucktechniken zumHandwerksbereich des Buchbinders hin, ohne daß (im Gegensatz zumverwendeten Material) in den wirklich großen Leistungen eine Min-derbewertung in künstlerischer Hinsicht eingesetzt hätte. Man magdies als teils gewolltes, teils unbewußtes Einrücken in die eigent-lichen Aufgaben der Buchbindekunst auffassen und die Leistungendes heutigen künstlerischen Einbandes scheinen dieser Auffassungrecht zu geben; aber ganz außer acht sollen auch die steten Versuchenicht gelassen werden, in abweichenden Kunstformen den seines In-halts würdigen und seinem Zweck angepaßten Einband zu gestalten.Es geht nicht an, aus Gründen der Materialgerechtheit einen schwerenMetalldeckel auf einem Buch zu verdammen, das liegend aufbewahrtund benutzt wird; oder eine figürliche Einbandschnitzerei auf einemBuch abzulehnen, dessen ständige Umgebung etwa geschnitzte Chor-stühle sind. Diese Rücksichten müssen vor allem für die Betrachtungmittelalterlicher Prachtbände bewußt bleiben, da diese Bücher ofteher Teile einer Inneneinrichtung als Teile einer Bibliothek waren.

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Einbanddeckel von Elfenbein sind die Vermittler antiker und mittel-alterlicher Kultur zugleich, durch Herkunft und Verarbeitung ebensowie mit dem geschnitzten Bildgut. Das antike Diptychon, ein unterden Vornehmen und besonders bei den Konsuln beliebtes Geschenk,hat für die Verwendung das Vorbild geliefert, hat aber auch demspäteren Künstler Anregungen für die Darstellung gegeben, ist schließ-lich direkt auf den mittelalterlichen Einband übernommen worden,nachdem die Elfenbeintafeln am Diptychon keine Verwendung mehrfinden konnten. An den in die Platten eingebohrten Löchern kannmeist die frühere Verwendung noch nachgeprüft werden. Das Formatder Diptycha, schmal und hoch, paßte selten zum christlichen Kodex;wenn es auch oft gelungen ist, die künstlerische Einheit zwischen derübernommenen Form und dem neuen Einband herzustellen, so gibtdoch das besondere Format meist einen genügenden Hinweis auf dieHerkunft des Elfenbeins; noch deutlicher wird diese Sachlage, wennsich der Buchbinder nicht gescheut hat, die Platte durch Abschneiden