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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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legten Palmblätter steht unter ganz anderen Gesetzen als das Kodex-buch; nur ein Hinweis auf die antiken Wachstafeln, deren Verbin-dung eine Vorahnung des Kodex bedeutet, ist in diesem Zusammen-hang möglich, wenn es auch höchst fraglich erscheint, ob zwischendiesen mit Ringen zusammengehaltenen Einzeltafeln (ein Prinzip,das heute in der Spiralheftung einzelner Blätter, vorzugsweise auchfür Notizblätter, wiederkehrt) und dem zusammengefalteten und zueinem Heft (quaterniocahier) zusammengelegten Pergamentblattüberhaupt ein anderer Zusammenhang besteht, als die bei beiden Tech-niken gebotene Möglichkeit zu blättern und doppelseitig zu beschrei-ben. Die historische Betrachtung kann nur so weit zurückgehen, alswir Überreste von Handschriften in Originaleinbänden haben (dasist im 7. nachchristlichen Jahrhundert); nur wo ältere Kunstwerkeauf spätere Einbände übernommen wurden, ist ein Zurückgehen indie klassische Zeit nötig und berechtigt.

Die Verbindung der Blätter und Lagen durch Heftung ist ausschlag-gebend für den Bucheinband in technischer Hinsicht, die feste Ver-bindung des Buchblocks mit den Deckeln entscheidend für die Beur-teilung als künstlerischen Einband. Damit sind auch die seltenen Fällevon näherer Betrachtung ausgeschlossen, in denen uns Buchkästen er-halten sind als Zeugen einer Buchform, die vielleicht dem festen Ein-band vorausgeht und eine verbreitete Art der Vereinigung der ein-zelnen Lagen gewesen sein kann, ehe die Heftung erfunden wurde,dann aber als Kapsel für den Kodex diente, wie einst die Rollen inKapseln aufbewahrt worden waren. Wenn aber die in neuerer Zeitoft hergestellten Buchfutterale, die Attrappen in Buchform, Schreib-mappen und anderen buchähnlichen Gegenstände der Geschichte desBucheinbandes eingereiht werden, so geschieht es der engen Ver-wandtschaft in der technischen Ausführung, des Schmuckes und dergeschmacklichen Verbundenheit mit der Buchkunst wegen. Die größ-ten Meister der Einbandkunst haben auch auf diesem Gebiet vielbe-wunderte Leistungen aufzuweisen.

Bemerkenswert ist die Tatsache, daß das Einbandschmuckmaterialbeinahe im selben Verhältnis wie das Alter der Einbände an Wert zu-nimmt. Die Erklärung dafür liegt nicht allein darin, daß je wertvollerein Einband war, er desto sorgfältiger gehütet wurde, auch nicht dar-in, daß der Wert der enthaltenen Bücher wie den kostbaren Einband,

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