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für seine Zwecke passend zu machen. Selbst die Verfälschung des Bild-gutes durch Änderung der antiken Unterschrift in eine christliche wirdnicht verborgen bleiben. Nicht nur eine solche Fälschung, auch dieselbständige Nachbildung durch christliche Künstler zeigt die engeVerwandtschaft der frühchristlichen Formensprache mit der spätan-tiken. Fast alle frühen Elfenbeineinbände, auch die nicht von Dipty-chengenommenen, sondern eigens für Einbände geschaffenen, lassensich auf antike oder byzantinische Wurzeln zurückführen; ameri-kanische Kunstwissenschaftler sind in diesen Untersuchungen sehr rüh-rig gewesen. Das gesamte aus den Diptychen überkommene Materialan Elfenbeineinbänden ist mit allen nötigen Hinweisen gründlich ver-zeichnet von Richard Delbrück, „Die Konsulardiptychen", Berlin undLeipzig 1929 (= Studien zur spätantiken Kunstgeschichte 2). Dipty-chen können auch aus mehreren Elfenbeinplatten (bis zu 5) zusam-mengesetzt sein. Nicht stets sind die zusammengehörigen Platten aneinen einzigen mittelalterlichen Einband gekommen; eines der be-rühmtesten Diptychen ist zur Hälfte an einer Vatikanischen Hand-schrift, zur anderen Hälfte in London. Eines der ältesten erhaltenenStücke, das Diptychon des Rufius Probianus, stammt aus dem 4. oder5. Jahrhundert, ist aber erst im 11. Jahrhundert erneut als Buchhülleverwendet worden und so über das Kloster Verden in die Staatsbi-bliothek Berlin gekommen.
Elfenbeindeckel mit eigens für diesen Zweck gearbeiteten Schnitze-reien machen einen weitaus größeren Teil der aus dem früheren Mittel-alter überkommenen Bände aus, als solche mit Diptychen oder vonanderen Gegenständen übernommenen Schnitzereien; als Zeugnisseder eigenen Kunstübung der Zeit sind sie von mindestens ebensol-chem Wert wie die durch die Zahl der Jahre ehrwürdigen Denkmälerdes Altertums. Diese Tafeln, die an den kirchlichen Prachtbänden bisins späte Mittelalter sehr beliebt waren, Zeugnisse hoher Kunstfertig-keit, fügen sich der gegebenen Einbandform harmonisch ein, meistinnerhalb eines Rahmens in die starken Holzdeckel vertieft eingelas-sen, während der Rahmen für andere Schmuckarten freiblieb. Im Ge-gensatz zu den Diptychen ist fast regelmäßig nur der Vorderdeckel indieser kostbaren Weise geziert; der Rückdeckel dagegen ist entwederim Schmuck ganz vernachlässigt, oder mit einer flacheren und wenigerempfindlichen Verzierungstechnik behandelt. In den Motiven ihrer
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