ms*
Mm
u3r^s?M
Hb■
binder nur noch auf den Einband aufgebracht werden, von denenunterscheiden, die durch die Arbeit des Buchbinders am Einband erstentstehen; aber mit Unrecht hat man die erstere Gruppe aus der Ge-schichte des Bucheinbandes ausschließen zu müssen geglaubt,denn dieGeschichte des Bucheinbandes behandelt das Produkt, gleich durchwessen Kunstfertigkeit es entstanden ist; die Forschung ist auch garnicht imstande, die Trennung scharf durchzuführen, da der Anteil desBuchbinders an der kunstgewerblichen Ausführung gar nicht immerfeststeht; es ginge nicht an, den Leder schnittband von der Betrach-tung auszuschließen, selbst wenn bewiesen würde, daß der Leder-schnittkünstler vom Buchbinder zu trennen ist. Auch der werkgerech-teste Kunsteinband, der Lederband mit Blinddruck, bedarf der Hilfeaußenstehender Künstler, wenn er mit ziselierten Schließen ausge-stattet ist, oder wenn man bedenkt, daß das Schmuckwerkzeug dieArbeit des Graveurs ist, daß der Buchbinder aber nur die mechanischeÜbertragung des Schmuckes auf das Leder besorgt. Selbst der Gold-druck ist in den großen Zeiten der französischen Einbandkunst nichtin den buchbinderischen Ateliers entstanden, sondern das Verdiensteines eigenen, nur für den Lederschmuck arbeitenden Gewerbes, derdoreurs, die aber auch an Schuhen ihre Kunst zeigten. Schließlich istes ganz unmöglich, den Anteil eines entwerfenden Künstlers vondem des ausführenden Buchbinders abzutrennen, denn so gut dasentstehende künstlerische Stück auf das Verdienst des einen zurück-geführt werden kann, so gut kann der eine auch das ganze Kunst-werk zerstören, wenn er nicht verständnisvoll auf das Wollen des an-deren eingeht. Zu einer Betrachtung des künstlerischen Bucheinban-des gehört also alles, was durch einen einzelnen Künstler oder durchZusammenwirken mehrerer aus einem Buchblock ein würdig geklei-detes Buchkunstwerk entstehen läßt. Geschichte des Bucheinbandesist nicht ein Zweig der Geschichte des Kunstgewerbes, sondern istdie Geschichte der Anwendungen verschiedener kunstgewerblicherTechniken auf einen Gegenstand, ist die Geschichte eines Gebrauchs-gegenstandes in seinen verschiedenen Schmuckformen.Wie bei Betrachtung der technischen Vorgänge ausschließlich dieKodexform des Buches berücksichtigt werden konnte, muß auch fürden historischen Kunsteinband diese Einschränkung gültig bleiben;das Buch in der Erscheinungsform der Rolle oder der zusammenge-
136
■ >"- ,,: ' : '■ * ; ;; "■ -