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Einbandschmuck und Einbandmaterial sind engstens miteinander ver-knüpft. Das für den Einband gewählte Material schreibt dem Schmuck-willen Grenzen vor; und der künstlerische Formungswille des Buch-binders verlangt für einen bestimmten Entwurf auch bestimmtesMaterial. Es ist deshalb keine für die Behandlung ästhetisch-histori-scher Fragen unangebrachte Äußerlichkeit, wenn der künstlerischenBeurteilung die Betrachtung des Materials und der darauf angewand-ten Schmucktechnik zugrundegelegt und wenn auch im Folgenden,um die Masse der historischen Einbände einigermaßen zu klassifi-zieren, das Material in den Vordergrund gerückt wird.Nicht jedes Material ist in buchbinderischem Sinne werkgerecht. Nichtjede Schmucktechnik, die wir an historischen Einbänden bewundern,hält sich an die der Buchform innewohnenden Gesetze. Nicht jederEinbandschmuck ist von der Hand des Buchbinders; strenggenom-men dürfte die Einbandkunde deshalb nur soweit sich mit denSchmucktechniken befassen, als sie Tätigkeit des Buchbinders sind.Aber ein großer Teil gerade der wertvollsten und schönsten Stücke,die aus der Einbandgeschichte nicht mehr wegzudenken sind, würdesolcher Grenzziehung zum Opfer fallen und um so schwieriger an-derswo in zusammenfassender Darstellung zu finden sein, als die Ge-schichte des Kunstgewerbes Gesichtspunkte der Herkunft und desMaterials stets gegenüber dem Gegenstand in den Vordergrund stellt.Und gerade da, wo diese Grenzen überschritten werden, sind die Ge-setze des Einbandschmuckes am klarsten zu erkennen, und Künstler,die ohne Rücksicht auf solche Normen der Kritik der Jahrhundertestandhaltende Kunstwerke geschaffen haben, verdienen als Künstleram Einband gewürdigt zu werden, gleichviel, wieweit sie die tech-nische Herstellung ausgeführt haben.
Man kann also wohl unter den Einbandschmuckarten diejenigen,welche von anderen Kunsthandwerkern hergestellt und vom Buch-
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