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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
Seite
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Seit Erlaß dieser Vorschriften ist für den Bibliotheksband die Bedeu-tung des Leders sehr gesunken und die Webstoffe sind in den Vorder-grund des Interesses getreten; sie sind billiger, leichter zu verarbeiten,das Risiko auch bei geringeren Qualitäten ist kleiner; sollen vieleBände ganz gleichmäßig werden, z. B. bei Zeitschriftenreihen, so istdas absolut gleiche Material besser zu beschaffen; der Webstoff bleibtauch ohne besondere Pflege (Leder darf nie ganz austrocknen) ge-schmeidig; man kann ihn in verschiedenen Abstufungen einwand-freier Qualität verwenden, je nach der Beanspruchung des betreffendenBandes. Um auch Gewebe gegen Staub zu schützen und vor Ver-schmutzung zu bewahren, geht man an einigen Bibliotheken dazuüber, sie mit einem durchsichtigen, lackartigen Überzug zu versehen;das ist vor allem da wichtig, wo Verlagseinbände abwaschbar gemachtwerden sollen. Die Wirkung ist ähnlich wie das Einschlagen in Zello-phan, ein glasklares, widerstandsfähiges Zellulosepräparat, das aberan Einschnittstellen leicht reißt. Man hat in diesemZellophanieren"einen guten Ersatz für das Einschlagen in Papiere, das der Bibliothekviel mehr Arbeit verursacht und dem Einband den letzten Rest vonIndividualität raubt. Ahnlich einem so behandelten Band ist der inDermatoid (und die entsprechenden Kunstledersorten) gebundeneBand geschützt, also auch abwaschbar. Gegen die Qualität dieses Ein-bandstoffes ist nichts mehr einzuwenden; er ist jedoch immer nochnicht geruchlos. In Volksbibliotheken wird er vielfach verwendet.Tierische Buchschädlinge, die den Bibliotheken mit alten Beständenan Lederbänden viel zu schaffen machen (man erklärt den Missetäternden chemischen Krieg oder setzt sie unter Gas), halten sich von Kunst-ledereinbänden fern.

Die Widerstandsfähigkeit des Bibliothekseinbandes hängt freilich nichtallein von der buchbinderischen Verarbeitung ab. Vielmehr verlangtein guter Einband auch rücksichtsvolle Behandlung, gleich, ob er ineiner Privatsammlung oder in der öffentlichen Bibliothek steht; ja, dieGefahren, denen er in letzterer ausgesetzt ist, sind so vielfach größer,daß auch der Pflege der Einbände dort um so mehr Aufmerksamkeit zuwidmen ist. Das gilt sowohl für den stehenden wie für den bewegtenBand. Der ins Regal eingestellte Band soll nicht zu kalt und nicht zuheiß, nicht unmittelbarer Sonnenbestrahlung ausgesetzt stehen, sollnicht eng zwischen seine Nachbarn eingepreßt sein, aber auch nicht

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