buchbindereiabteilungen, die sich mit den genannten selbständigenBetrieben messen können.
Von Einbandfabriken zu sprechen, ist nicht nur der überwiegend durch-geführten Maschinenarbeit wegen berechtigt, sondern auch wegen derZerteilung des Herstellungsprozesses in einzelne Handgriffe, die inFließarbeit an Massen gleicher Gegenstände ausgeführt werden. Buch-block und Decke werden völlig getrennt hergestellt und in ihren ein-zelnen Teilen bearbeitet; erst die Einhängemaschine sorgt für die Ver-bindung der Teile. Die Ausbildung in der Großbuchbinderei ist des-halb auch in vielen Stücken von der in der Handbuchbinderei ver-schieden. Manches ist freilich auch im größten Betrieb noch Hand-arbeit, so das Ankleben von Falzen, das Einhängen von Tafeln, dasAnkleben der Lederecken und -rücken sowie des Kapitals, oft auchdas Herstellen der Hülse (des Verbindungsstückes zwischen Buch-rücken und Deckelrücken). Für die meisten Spezialarbeiten aber, auchaußerhalb der reinen Einbandherstellung, gibt es Maschinen, so fürdas Eckenrundstoßen, für das Rückenrunden, für das Anleimen, fürdas Lederausschärfen, für die Herstellung der Schutzkartons (Schu-ber) usw. Nur die äußerste Ausnützung menschlicher und maschi-neller Arbeitskraft, die darin liegt, daß tausendmal an einer Arbeits-stelle der gleiche Arbeitsabschnitt geleistet wird, ermöglicht es derEinbandindustrie, Bücher in dauerhaften Einbänden auf den Markt zubringen zu Preisen, die im Handbetrieb für den Einband allein ge-fordert werden müßten. Ein restloses Vertrauen zum Verlegereinbandkann freilich ebenso Enttäuschungen bringen, wie man nicht erwartenkann, von jedem Handbuchbinder einen geschmacklich und technischeinwandfreien Einband zu erhalten. Der Bücherliebhaber, der aufbeide Gesichtspunkte bei seinen Einbänden Wert legt, muß deshalbin der Lage sein, beide Einbandarten sachgemäß zu beurteilen.Ganz ungebunden (in losen Bogen, „roh") bringt nur ganz selten oderauf besonderen Wunsch ein Verleger ein Buch in den Handel; Biblio-theken und Bibliophile sind die Käufer. Nicht jede buchbinderischeBearbeitung des Buches von seiten des Verlegers ist aber endgültig
(auch wenn man von den — meist Volks-----Bibliotheken absieht,
die ein nur gebunden lieferbares Buch gleich in einen dauerhaftenEinband stecken lassen); vielfach gewährt sie nur vorläufigen Schutz,bis das Buch in der Hand des Käufers ist, aus der es freilich nicht so
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