die Pressen beschränkt geblieben — auch die guten Verlage haben denbibliophilen Einbandwünschen schon weitgehend Rechnung getragen,und vor allem ist es gelungen, künstlerisch einwandfreie Einbändeauch für Massenauflagen herzustellen. Lange Zeit waren die durch dieMaschine gewährten Möglichkeiten dahin mißbraucht worden, daßman Prachtbände mit unangemessenem Material zu niedrigen Preisendem kritik- oder geschmacklosen Käufer vorlegte; diese Richtungherrscht heute noch bei den (Spalt-) Lederbänden, welche als angeb-lich bibliophile Kostbarkeiten in Massen einem ungeschulten Publi-kum angeboten werden. Zwischen Verlegerbänden dieser Art unddem technisch und künstlerisch erstklassigen Leinenband, der heuteder unumstritten materialgerechte Vertreter des guten Verlegerbandesist, besteht ein solcher Unterschied, daß man der letzteren Art desVerlegerbandes einen Gefallen täte, wenn man für beide Formen auchgetrennte Bezeichnungen wählte. Das Odium, das dem Verlegerbandanhaftet, wird sonst nie unterdrückt werden können.
Die unentbehrlichen Helfer des Verlegers bei der Einbandproduktionsind die dem Verlag oder der Druckerei angegliederten oder als selb-ständige Fabriken arbeitenden Großbuchbindereien; das sind, nach derDefinition des Reichsarbeitsministeriums, „Betriebe, die nach ihrenmaschinellen Einrichtungen speziell für die Herstellung von Massen-auflagen in der Verarbeitung von Druck- und Papiererzeugnissen zuBüchern geeignet sind". Die Leistung dieser Betriebe läßt sich an denRiesenauflagen der Volksausgaben der letzten Jahre ermessen, wenninnerhalb eines Jahres i Million Exemplare eines einzigen Werkes zubinden waren, an dem mehrere Druckereien gleichzeitig zu druckenhatten. Eine der größten französischen Buchbindereien (Brodard etTaupin) kann 2 5 000 Bände am Tag binden — und das in dem Land,das den Verlegereinband so gut wie gar nicht kultiviert! Deutschlandsbuchbinderische Großbetriebe stehen überwiegend in Leipzig; sie ha-ben sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts aus werkstättlichen An-fängen zu Betrieben mit Hunderten von Arbeitern entwickelt; zu denältesten gehören H. Sperling, die Fritzsche-Hager A.-G. und Th.Knaur(diese jetzt mit Hübel & Denck vereinigt); seit 1859 bestehtE. A. En-ders, seit 1868 H. Fikentscher und die Spamersche Buchbinderei, seit1875 Hübel & Denck; einige der großen Druckhäuser haben Groß-
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