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liehen Masseneinband des Verlegers (also nicht dem vervielfältigtenKunsteinband) vorausgegangen sind, haben hier auch den richtigenWeg gezeigt: auch bei der Massenherstellung technisch einwandfreieArbeit zu liefern, die sich auch nach Jahrzehnten noch bewährt. Daßdaneben die künstlerische Seite nicht vernachlässigt zu werden braucht,hat in den letzten Jahrzehnten der deutsche Verlagseinband bewiesen:er steht jetzt auf einer geschmacklich zu keiner Zeit und in keinemLand auf diesem Gebiet erreichten Höhe. Die ersten Buchkünstler,F. H. Ehmcke, W. Tiemann, E. R. Weiss, um wahllos einige der her-vorragendsten Namen zu nennen (zu den zeitlich ersten gehören auchGoethe und Clemens Brentano), liefern die Entwürfe zu den Einbän-den der Verlage, Entwürfe, die auf die besonderen Bedingungen desVerlagseinbandes, auf Herstellungstechnik, Material und BuchzweckRücksicht nehmen. Buchkünstler sind es auch, welche für einen klei-nen Teil der Auflage, der vom Verleger in Handeinbänden geliefertwird, die Entwürfe zeichnen, Einbandkünstler, welche die technischeHerstellung durchführen.
Wie die Gleichung Kunsteinband—Handeinband auf der einen, Ver-legereinband—Masseneinband auf der anderen Seite keine volle Be-rechtigung hat, so wenig ist es möglich, den künstlerischen Einband dem.Verlegereinband als Gegensatz gegenüberzustellen. Auch für den Ver-leger gibt es Möglichkeiten, einen künstlerisch einwandfreien Einbandherstellen zu lassen; nicht mehr nur der bibliophile Sammler, auch dergeschmackvolle Buchhersteller ist also Auftraggeber des Kunstbuch-binders. Die in den Bindeabteilungen der künstlerischen Pressen her-gestellten Einbände sind richtunggebend gewesen; der Aufschwungder Einbandkunst seit Ende des 19. Jahrhunderts ist aufs engste mitden Handpressen verknüpft. Einbände der Keimscott Press, der DovesBindery, der Bremer Binderei (von Frida Thiersch) gelten, obwohlgleichmäßig für eine größere Zahl von Exemplaren vom Verleger aushergestellt, soviel wie individuelle Einbände, ja erhöhen unter Um-ständen den Wert, da Liebhaberei die originale Einbandform hierebenso schätzt, wie sie etwa sich daran gewöhnt hat, ein handgebun-denes Exemplar nur dann für vollgültig bibliophil anzusehen, wenndie Originalumschläge eingeheftet sind (eventuell sogar die Deckeleines Verlagseinbandes). Der künstlerische Verlegerband ist nicht auf
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