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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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Ludwigs XV., unterrichtet, daß in seiner Werkstatt Prachteinbändefür ganze Auflagen hergestellt wurden; die großen Fetes-Werke, diein Prachteinbänden an Fürsten und Große verschenkt wurden, wur-den mit den Mitteln des Großbetriebs in ihre prunkvollen Gewändergekleidet; auch die Mode, Almanache in größerer Zahl gleichmäßiggebunden herauszubringen, geht bis in diese Zeit zurück. Um dieWende des 18. Jahrhunderts sind Almanache und Taschenbücher dieHauptträger des Verlegerbandes, der sich um diese Zeit in der mitKupferstich (später Lithographie) bedruckten Kartonnage eine beson-dere Ausdrucksform gegenüber dem Handeinband geschaffen hat.Schon früher aber hatten amerikanische Verleger ihre Werke auch ge-bunden angeboten (so 1732in blue covers"). Nach M. Sadleir, derden amerikanischen Verlegerband 17701900 untersucht hat (Theevolution of publisher's binding styles", New York 1930), kommt ca.1825 der Leinenband des Verlegers (Cloth), erst später der Halbleinen-band auf, während noch um die gleiche Zeit ein anderer Vermittlerdes Buches, der Novel distributor, große Posten beim Verleger auf-kaufte und auf eigene Rechnung binden ließ (also Original-, aber nichtVerlagseinband), eine Erscheinung, auf die auch die modernen Bar-sortimente ihre Existenz aufgebaut haben.

Für eine zusammenhängende historische Betrachtung des Verleger-bandes fehlt es noch an den dringendsten Vorarbeiten, da noch kaumfeststeht, auf welche technischen, künstlerischen, wirtschaftlichen Be-dingungen dabei zu achten wäre. Ohne die Entwicklung der Maschineist der Verlegerband in seiner heutigen Gestalt undenkbar, ohne denVerlegerband das Werden der buchbinderischen Großbetriebe un-möglich; diese gegenseitige Verflechtung findet sich in den verschie-densten Beziehungen des Verlegerbandes. Die Maschine hat zwar neueEinbandformen geschaffen, aber noch immer ist es das Bestreben desMaschineneinbandes, einen Handeinband, wenn nicht vorzutäuschen,so doch in den Einzelheiten der Gestaltung nachzuahmen. Es hat sichnoch nicht die Überzeugung durchgesetzt, daß für die verschiedenenProduktionsarten auch verschiedene Gestaltungsgesetze bestehen. Diein ihrer Art vollkommensten Einbände sind diejenigen, welche diesenGesetzen am strengsten gehorchen. Die Mechanisierung des Produk-tionsprozesses muß nicht unbedingt eine Verschlechterung der Qua-lität mit sich bringen; die angelsächsischen Länder, die mit dem eigent-

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