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nauere Feststellung der Gleichzeitigkeit sehr erschwert ist, größer alsin der neueren Zeit. Einbände, die nachträglich im Stil der Zeit ge-bunden sind, müssen deutlich von den Einbänden der Zeit geschiedenwerden. Noch vorsichtiger muß man bei der Unterscheidung von Ein-bänden der Zeit und „Originaleinbänden" sein. Ersterer braucht nurungefähr in der Zeit der Buchentstehung für einen beliebigen Besitzergebunden zu sein. Originaleinband ist in weitestem Sinne jeder ursprüng-liche Einband und deckt sich soweit großenteils mit dem Einband derZeit; ja er wird stets ein Einband der Zeit sein. Aber original kann ernur dann sein, wenn er der erste Einband ist, den das Buch erhaltenhat. Da sich dies nur in den Fällen feststellen läßt, wo die Herstellungvieler gleicher Einbände für ein Werk im Auftrag des Verlegers einVergleichen ermöglicht, ist der Originaleinband oft mit dem Verleger-einband identisch aufgefaßt worden. Allerdings ist jeder Verlegerbandzwar ein Originaleinband; aber nicht umgekehrt, denn schon wenneine Originaldecke verwendet wurde, kann man zweifeln, ob ein Ori-ginaleinband vorliegt, da ja die Bindearbeit in privatem Auftrag ge-leistet worden ist. Faßt man aber, was auch für diesen Fall meistensentscheidend ist, den Originaleinband als den ersten (und allerdingszeitgenössischen) Einband auf, so kommen neue Schwierigkeiten,wenn man auch schon die Verlagsbroschur als Originaleinband be-trachtenwill, oder wenn neben dem Verlagseinband ein broschiert aus-geliefertes Exemplar privatim gebunden wurde. Die Bezeichnung „Ori-ginaleinband" stellt sich also als ein Begriff mit verschiedenem Inhaltje nach den Verlags- und Einbandverhältnissen des betreffenden Jahr-hunderts dar. In allen Fällen gibt es eine präzisere Ausdrucksmöglich-keit, die vorgezogen werden sollte: „Einband der Zeit", oder „Ver-legerband", oder „Originalbroschur" oder „in Originaldecke gebun-den".
Von diesen Möglichkeiten bezeichnet die letztere keine erfreuliche Er-scheinung des modernen Verlagseinbandwesens. Denn selbst wenn dieDecke in der Verarbeitung den Wünschen des Besitzers und derSchwere des Bandes entspricht, und wenn sie auch — was leider häufignicht beachtet wird — in Deckelfläche und Rückenstärke genauestensdem mit der Hand zu bearbeitenden Buchblock entspricht, so ist dochdie Ersparnis gegenüber dem soliden Handeinband minimal, ja nega-tiv, wenn man bedenkt, daß die Hauptarbeit doch mit der Hand ge-
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