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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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leistet werden muß, die dabei aber noch durch die Rücksicht auf diefertige Decke im freien Arbeiten gehemmt ist, und daß der Preis fürdie Decke den Materialpreis für den handgearbeiteten Einband weitübersteigt, ohne daß ein solch solider Band wie bei durchgehenderHandarbeit zu erzielen wäre. Die trotzdem zu beobachtende Beliebt-heit der Originaldecke hat ihren Grund eben da, wo auch die Beliebt-heit des Verlagseinbandes herkommt: in der künstlerischen, minde-stens gefälligeren Ausstattung, und außerdem in der Möglichkeit,mehrbändige Reihen einheitlich binden zu lassen. Volle Berechtigunghat aber die vom Verleger im Massenbetrieb hergestellte Decke erstda, wo der ganze Einband auf diese Produktionsweise zugeschnittenist, und da dies nur möglich ist, ehe die Auflage sich unter die Käuferzerstreut, heißt das: beim Verlangseinband. Die Einbandform, in derdas Buch den Buchladen verläßt, ist der Verlagseinband, die Haupt-erscheinungsform des Originaleinbandes.

Auch vom Verlagseinband 'gibt es stark voneinander abweichende Vor-stellungen. Ihn mit dem Maschinen- und Masseneinband gleichzu-setzen ist in den meisten Fällen berechtigt; doch ist jeder Fall zu prü-fen. Es gibt auch handgebundene Verlegerbände, da sie viel weiterzurückreichen als die Maschine; und es gibt Verlegerbände, die indi-vidueller behandelt sind als mancher Sortimentseinband. Man hat Ver-legereinbände überall gesehen, wo ganze Auflagen auf Kosten desVerlegers gebunden wurden, sei es, daß nur Umschläge hergestelltoder fertige Einbände geliefert wurden (ersteres seit den frühestenZeiten, letzteres erst seit der Ausnützung des billigen Einbandes fürden Verlagsgewinn), oder daß beide Möglichkeiten verbunden wur-den, oder auch da, wo durch das gleichmäßige Binden eines großenTeiles der Auflage Übereinstimmung im Einband vieler Exemplareerzielt war, oder endlich da, wo der Verleger im eigenen Auftrag denEinband, sei es auch nur ein einzelnes Stück, herstellen ließ. Im Grundeist ja der Verlegerband schlechthin ein Einband, dessen Herstellungder Verleger veranlaßt hat. Selbst wenn man darüberhinausgehenddas Risiko, das der Verleger übernimmt, und die Gewinnabsicht, dieer auf den Einband ausdehnt, für wesentlich beim Begriff des Verleger-bandes hält, so wäre die gleichmäßige Einbandherstellung für einengroßen Teil der Auflage noch nicht ausschlaggebend für die Bezeich-

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