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Materials achtet, hat manche Haut, die er verwendet, noch Prozessedurchmachen müssen, die ihr Aussehen sehr verändern und oft ihreigentliches Wesen so völlig umwandeln, daß man von einer Verfäl-schung sprechen muß. Zu diesen veränderten Formen gehört dasekrasierte Leder; es ist an der glatten, ja glänzenden Oberfläche undder fast noch deutlicher sichtbaren natürlichen Narbe zu erkennen.Ecrase-Leder entsteht durch Niederdrücken der kräftig herausgearbei-teten Narbe; durch besondere Färbemethoden und Abspalten einesTeiles nach dem Krispein kann die Zeichnung der Narbe besondersauffallend erhalten werden. Um sehr dauerhaftes Ecrase-Leder zu er-halten, muß der Buchbinder selbst ekrasieren, wobei die Narbe etwasverschwindet, die Färbung aber um so beständiger bleibt. — Wie dieGlätte des Leders hängt auch die Narbungyoa besonderer Bearbeitungab und die Benennungen ändern sich je nach der erzielten Zeichnung.Der Name „Chagrinleder" ist eine Narbenbezeichnung; er gilt füreine kleine körnige Narbung (auch Levantenarben genannt); die grö-beren Zeichnungen, die durch Bearbeitung mit dem Levantierholzaus dem Leder als natürliche Narben herausgeholt werden können,heißen „demigrain" und „grosgrain". Andere Narben werden mitPreßplatten oder Rollen aufgeprägt, so vor allem Kreuznarben(crossedgrain und pastegrain), Langnarben (long grain), Juchten-narben (Spitzkorn), Krokodilimitation und alle Phantasienarben. Wer-den solche Narben, was sehr häufig geschieht, auf Leder aufgeprägt,zu denen sie nicht von Natur gehören, so ist die Beurteilung der Ledersehr erschwert. Nur selten kann dann der Geruch, der für den Lieb-haber schön gebundener Bücher die gleiche Bedeutung erlangen kannwie etwa die Einbandfarbe, noch zur Unterscheidung verhelfen; be-kannt ist z. B. der besondere Geruch des russischen Juchtenleders,dessen Eignung für dauerhafte Einbände allerdings umstritten ist. —Die wichtigsten natürlichen Narben sind im ersten Heft der „Blätterfür Buchgestaltung und Buchpflege", Jahrgang 1931, sehr übersicht-lich nebeneinander abgebildet (abgedruckt auch im Jahrgang 1931 des„Archivs für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik").Die Farbe des Einbandleders verdient aus historischen und ästheti-schen Gründen Beachtung. Noch im 16. Jahrhundert waren auch dieguten vergoldeten Ledereinbände überwiegend braun gefärbt; inDeutschland gibt es im ganzen 16. Jahrhundert kaum eine Abweichung
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