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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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davon. Dagegen war es üblich, zur Erzielung besonders prächtigerWirkungen das aufgedruckte vergoldete Muster in verschiedenen Far-ben mit Emaille- oder Lackfarben zu behandeln; das Bandwerk derfranzösischen Bibliophileneinbände, die lebhaften Muster der Plattenauf den sogenannten Lyoneser Bändchen, die Porträtplatten auf sächsi-schen Einbänden strahlen heute noch von so farbenfroher Behandlung.Andersfarbige Leder, vor allem natürlich das Rot des Maroquins inFrankreich, wurden erst um dieWende zum 17. Jahrhundert gebräuch-licher, um dann allerdings zwei Jahrhunderte lang fast unumschränktzu herrschen. Die Meister in Paris zu Beginn des 1 9. Jahrhundertsschwelgten in helleren Farben (citron, orange, grün) für ganze Ein-bände, nachdem sie schon vorher auf den Mosaikarbeiten der Lemon-nier z. B. für kleinere Flächen verwendet worden waren. Heute ist fastjede Farbnuance herzustellen möglich, wenn nur entsprechend gutesMaterial verwendet wird. Außer völliger Färbung waren als buch-binderische Moden auch gemaserte und marmorierte Leder weit ver-breitet, vorzugsweise natürlich für glatte Leder (Kalb und Schaf) undmehr für einfache Bände, die von weiterem Schmuck so gut wie freiblieben. Marmoriertes Leder (wolkenartig) war im 1 8. Jahrhundert inEngland sehr behebt; Schafleder für Bibliothekseinbände ist noch bisin die letzten Jahrzehnte vom Buchbinder oft marmoriert worden.

Künstlerische Wirkungen durch die Farbe zu erzielen, haben die Buch-binder aber noch ein Mittel in der Lederauflage und der Ledermosaik-arbeit; da beide Techniken ähnlich in der Wirkung sind, ist von Mo-saikeinbänden oft auch da die Rede, wo es sich um Auflage handelt.Ledermosaik ist Einlagearbeit (Intarsia), zu der die verschiedenfarbi-gen Leder gleichstark sein müssen, um eingesetzt eine ebene Flächezu ergeben. Lederauflage muß durch Aufkleben feinster Lederstück-chen erfolgen, um starkes Auftragen zu vermeiden; hierfür ist Spalt-leder (ebenso wie für die farbigen Titelschildchen) das gegebene Ma-terial. Beide Techniken erfordern große Geschicklichkeit im Aus-schärfen des Leders.

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Neben diesen vielfachen Verarbeitungsmöglichkeiten des Leders spieltdas Pergament als BucheinbandstofF eine nur untergeordnete Rolle. Esist ebenfalls ein Produkt der tierischen Haut, jedoch nicht durch Ger-

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