die so weiter behandelt wird wie eine völlige Haut. Die dickeren Spalt-leder kommen aus England („Skivers"), die dünnen aus Frankreich(„Fleurs"). Die Fleisch- oder Aasseite gespaltener Häute wird zuSämischleder gegerbt, das durch seine samtartige Oberfläche kenntlichist und trotz seiner geringen Haltbarkeit auch auf Einbänden gefundenwird, nicht selten fälschlich als Wildleder bezeichnet, mit dem eshöchstens die rauhe Oberfläche gemeinsam hat.Leder ohne Narbung sind vom Kalb oder vom Rind. Doch kommt Rind-leder selten vor. Kalbleder zeichnet sich durch die völlig glatte Ober-fläche aus; seine Blütezeit war das 17. und 18.Jahrhundert. In denBibliotheken der Büchersammler dieser Zeit standen in langen Reihendie glatten hellbraunen Bände mit dem Wappen auf dem Deckel. Heutewird Kalbleder entweder in ganz zarten Qualitäten für Bucheinbändeverarbeitet, oder für sehr große Bände, für die an sich schon eine großeund widerstandsfähige Haut nötig ist, sowie für Lederschnitt und-plastikarbeiten, falls dafür nicht das stärkere, aber auch weniger ge-schmeidige Rindleder vorgezogen wird.
Eine sehr deutliche Narbe hat in allen Fällen das Schweinsleder. DieFältchen münden in tieferen Punkten, und diese in Gruppen stehendenPunkte, die Wurzelstellen der Borsten, sind das Charakteristikum derSchweinsledernarbe. Schweinsleder ist entweder weiß (alaungar) odernaturfarbig, erst durch die Zeit braun geworden; seine große Zeit istder deutsche Blinddruckband des 16. und 17. Jahrhunderts. Die Ver-wechslung mit Pergament ist noch häufig, obwohl der Unterschiedgar nicht zu übersehen ist. Dagegen ist Schweinsleder leicht mit einemselteneren Leder zu verwechseln, das ab und zu aus bibliophilen Son-derwünschen zu Einbänden Verwendung findet, nämlich mit Men-schenleder; doch ist dessen Zeichnung feiner und die Narbe nähert sichwieder mehr dem Saffian. Aus ähnlichen Motiven wie bei diesem Le-der hat man auch die Häute der verschiedensten Tiere, z. B. von Frö-schen und Schlangen, zu Einbänden verwendet, oft in bestimmter Be-ziehung zum Inhalt. Diese Einbände sind nur als Merkwürdigkeitenzu erwähnen; denn die Grundlagen des Lederbandes sind damit schonverlassen.
Wenn auch der Kunstbuchbinder, der hauptsächlichste Verarbeiterdes Bucheinbandleders, fast immer auf die natürliche Reinheit seines
in
MB
BS
P
■WJ