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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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meist für künstlerische Einbände verwendete Haut ist die der Ziege;farbige Leder mit deutlicher Narbe sind fast stets Ziegenleder. IhreBenennung läßt das Herkunftsland nicht stets erkennen:Maroquin"(englischmorocco") ist Haut der Kapziege, in England verarbeitet;die Narbe ist durch die tiefen Linien und die Größe der Zeichnungkenntlich; damit die dicken Häute leichter zu verarbeiten sind, mußoft von der Fleischseite ein Teil abgespalten werden, nachdem dieNarbe (die um so tiefer wird, je dicker das Fell ist) herausgearbeitetist.Oasenziegenleder", aus Zentralafrika, wäre ebenso schön wieMaroquin, wenn nicht die Haut sehr oft verletzt wäre; die Narbe istfeiner, tiefere und feinere Linien wechseln ab. In der Stärke istNigger-leder" (Ziegenleder aus Nigeria) dem Maroquin ähnlich; die Narbe isttief eingezeichnet, besteht in der Hauptsache aus längeren Linien. AlsSaffian" bezeichnet man die zarteren, besonders deutschen Ziegen-leder; sie haben auch eine kleinere, perlförmigere Narbe; zum Ein-färben in allen gewünschten Farben eignen sie sich vorzüglich. Einstarkes Leder ist auch dasBocksaffian" genannte der ostindischenZiege; es ist dem Bockleder (Bastard" genannt, da von einer Kreu-zung zwischen Schaf und Ziege stammend) gleicher Herkunft vorzu-ziehen und wird gerne statt Schafleder benützt; doch bestehen gegendie in Indien möglichen Gerbmethoden Bedenken wegen der Haltbar-keit. Die Schönheit eines Leders ist von der Haut und deren Zurich-tung, die Dauerhaftigkeit fast allein von sachgemäßer Gerbung ab-hängig.

Von den Saffianen' 'ist Schaf leder nicht immer leicht zu unterscheiden;seine natürliche Narbe ist sehr schwach, ähnelt am meisten der Saf-fiannarbe, nur ist sie unregelmäßiger. Das Leder an sich ist weicherals Ziegenleder, bei richtiger Zubereitung aber ebenso haltbar, dabeiviel billiger und deshalb mehr als irgendein anderes Leder für einfacheLederbände in öffentlichen und Leihbibliotheken in Anwendung. Anmittelalterlichen Einbänden ist Schaf leder sehr häufig, vor allem wowenig Schmuck angebracht werden sollte; es ist auch an den hellenund weinroten Farbtönen zu erkennen im Gegensatz zu den sonst umdiese Zeit üblichen braunen Ledern. Zu schwach für Einbandzweckeist Schaf leder erst, wenn es gespalten wird. Aber andere Leder könnenals Spaltleder verarbeitet werden. Als Spaltleder in diesem Sinn ist dievor dem Gerben maschinell abgespaltene Narbenseite zu verstehen,

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