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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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schriftlicher und gedruckter Schätze, die seinerzeit wenig Beachtungfanden und deshalb als Makulatur verwendet wurden, kam baldaußer Gebrauch, seit die fabrikmäßig hergestellten Pappen sichdurchgesetzt hatten: geformte Pappe, die wie Papier aus Papierbreihergestellt wird, und gegautschte Pappe, die durch Aufeinander-pressen mehrerer noch nasser Papierlagen entsteht. Der moderneBuchbinder verwendet nur noch geformte Pappe und hat dabei nochsehr auf die Qualität zu achten. Den Forderungen, daß weder Stroh-noch Holzschliff verwendet werden, daß die Pappe gut gepreßt undnicht verunreinigt sein soll, entspricht am besten die graue Pappe;weiße Pappe ist aus Holzschliff, braune aus Stroh; auch die braunesog. Lederpappe eignet sich nicht für haltbare Bucheinbände. Zufrische oder feucht gelagerte Pappe kann Anlaß zu Ärger werden,wenn sie sich bei der Verarbeitung wirft und durch Einpressen nichtwieder in die richtige Form zu bringen ist; am besten hilft in solchemFall Aufkaschieren eines Blattes Papier, dessen Faserrichtung sohegt, daß es beim Trocknen und Zusammenziehen in der gewünsch-ten Richtung auch die Pappe beeinflußt.

In neuester Zeit hat man ein leichtes und widerstandsfähiges Deckel-material in Aluminiumblech gefunden; es eignet sich vor allem fürPergamenteinbände, deren Deckel sich auch bei bester Verarbeitungnach außen wölben. Das Blech widersteht diesem starken Zug undist gleichzeitig viel leichter und dünner als die sonst nötigen Pappen.Es Hegen aber noch keine Erfahrungen vor, wie sich dies Materialauf die Dauer bewährt.

Wie man bei den heutigen Holzdeckeln Sperrholz bevorzugt, so istauch beim Pappdeckel zu empfehlen, zwei Pappen zusammenzukleben;beim guten deutschen Einband ist es die Regel; die Bundenden kom-men dann zwischen die beiden Pappen zu Hegen; die in dieser Weisehergestellten Deckel werfen sich nicht so leicht, wie einfache Pappen.Sie werden deshalb auch bei den großen Formaten und bei Geschäfts-büchern bevorzugt.

Der flexible Einband, häufig bei englischen Liebhabereinbänden,doch bedeutetflexible binding" einen Einband auf echten Bünden erfordert ein besonders biegsames Deckelmaterial statt der Pappe.Meist wird dünner Schrenz (wie bei der Rückeneinlage oder noch

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