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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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vor allem der Unterschnitt wird vor der Reibung auf der Unterlagebewahrt. Die vorstehenden Kanten fangen auch die etwa vor-schießenden Bogen noch auf. Einbände ohne diese Kanten, bei denenalso die Schnitte mit den Deckelkanten gleichmäßig abschneiden,können nicht zu den besseren Einbänden gerechnet werden. Es sindsteife Broschüren, oder auch gewöhnliche Broschüren. Sie können.mit festen Deckeln oder mit leichter Pappe gearbeitet sein, habenstets festen Rücken, meist keine geschützten Ecken, oft keinen Deckel-bezug; die Vereinfachung liegt hauptsächlich in dem gleichzeitigenBeschneiden von Buchblock und Deckeln.

Die Stärke der Deckel richtet sich nach der Schwere des Buchblocksmehr als nach dessen Dicke. Ein Zeitschriftenband in Quartformatauf Kunstdruckpapier muß stärkere Deckel haben, als ein gleichdicker Roman auf Federleichtpapier. Dafür, daß die Pappe nichtstärker gewählt wird, als es die Proportionen und die technischenNotwendigkeiten erfordern, sorgt meistens schon die Kalkulation.Das Verhältnis der Schwere des Buchblocks zu der der Deckel istauch bei der Wahl des Materials ausschlaggebend, seitdem es über-haupt die Möglichkeit zu einer Wahl gibt.

Im Mittelalter ist fast ausschließlich Hol^ (daherbreter, ais de bois"als Deckelbezeichnung) für Buchdeckel verwendet worden. Obwohlman meist härtere Sorten (Buche und Eiche) vorzog, mußte man,um die Bruchgefahr zu vermeiden, bei beträchtlicher Dicke derDeckel bleiben, die ja auch durch die Schwere und Dicke der Bändegerechtfertigt war; es war die Zeit, in der es allgemein üblich war,so viele Einzelschriften zusammenzustellen, daß ein ansehnlicherBand entstehen konnte, für den die tüchtige Arbeit des Buchbinderssich auch lohnte. Diese Deckel waren auch die beste Unterlage fürdie schweren Schmuckplatten, mit denen verschiedene Zweige desKunsthandwerks sich in den Dienst der Einbandkunst stellten. Nurganz selten wurde auf Holzdeckel und damit auf Deckel überhaupt imMittelalter verzichtet; man stellte dann einen einfachen Umschlag vonLeder her vielleicht die ursprünglichste Deckelform des Kodex später von Pergament, aber meist nur bei weniger bedeutendenHandschriften. Man kann bei diesen Einbänden mittelalterlichenBroschüren gelegentlich Vorläufer des Deckels von Pappe finden:durch Zusammenkleben verschiedener Lagen Leder und Papier oder

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