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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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Geraden und dabei festen Rücken haben auch die orientalischenEinbände; die dortige Technik kennt weder Rundung noch hohlenRücken. Ähnlich ist es bei der griechischen Einbandart, die im16. Jahrhundert auch in Frankreich angewendet wird. Diese geradenfesten Rücken haben noch die Eigentümlichkeit, daß sie gegen eineHauptregel des westlichen Einbands verstoßend, am Kopf undSchwanz über die Deckelgröße hinausragen und dadurch ein senk-rechtes Einstellen ins Fach unmöglich machen. Diese Eigentümlich-keit hat ihren Grund in der Kapitalbehandlung und zeigt so recht,wie handwerkliche Bräuche fortleben können, auch wenn sie logi-schen Erwägungen längst hätten weichen müssen.

Mit den Deckeln zusammen bildet der Rücken die Decke, d. h. denden Buchblock umhüllenden Teil des Bucheinbandes, den Teil, dervom Buchbinder nicht nur bearbeitet, sondern hergestellt wird. Esist dabei einerlei, ob er die Decke für sich behandelt und dann denBuchblock in die fertige Decke hängt (sog.Deckenband") oderob er die Decke am Buchblock in ihren einzelnen Teilen bearbeitet(angesetzter Band"), die mühsamere, solidere und hergebrachtehandwerkliche Art, die für den guten Einband immer noch unum-stößliche Regel bleibt.

Die Deckel schützen den Buchblock an seinen beiden größten Flä-chen; sie geben dem Band den Halt, den er zum Aufrechtstehenbraucht; ihre Flächen sind die Hauptdomäne des Einbandschmuckes.Aber nicht nur der Schmuck, auch Material und Verarbeitung schaf-fen für dieses in seiner Grundform festbestimmte Stück des Ein-bandes die verschiedensten Möglichkeiten. Für das europäische Buchist es seit der Erfindung des Kodex Regel, daß die Deckel ein denBuchblock reichlich bedeckendes Rechteck bilden, das am Rückendurch ein Gelenk beweglich befestigt ist. Für das Überstehen derDeckelkanten und für die Dicke der Deckel haben sich feste Pro-portionen herausgebildet. Der überstehende Rand beträgt einigeMillimeter; am Vorderschnitt etwas mehr als an den andern Schnitt-flächen, beim englischen Handeinband etwas weniger, als sonstüblich ist. Die Bedeutung dieser Kante Hegt nicht nur in ästhetischenRücksichten, sondern auch in dem Schutz vor Beschmutzung, derdem auf solche Weise etwas eingebetteten Schnitt gewährt wird;

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