Druckschrift 
Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 

Beliebtheit und ist heute weitaus beherrschend, auch beim gutenHandeinband. Man versteht darunter einen Rücken, der zwar überdem Rücken des Buchblocks bei geschlossenem Buch flach aufsitzensoll, beim Aufschlagen jedoch einen Zwischenraum entstehen läßt,der dem Band größere Beweglichkeit sichert. Dieser Rücken (genau:Deckelrücken") soll so geschmeidig sein, daß er dem Druck desaufgeschlagenen Buches nachgebend, sich beliebig wölben kann,und so fest, daß er eine Art Federwirkung auf das geschlosseneBuch ausübt, d. h. bewirkt, daß der beim Aufschlagen verbogeneBuchblock beim Schließen wieder in die runde Rückenform zurück-springt. Dies ist hauptsächlich bei Geschäftsbüchern nötig, bei denenglattes Aufbiegen bis zumMittelfalz gefordert wird; hier werden gerade-zuSprungrücken" angebracht, Rücken mit ausgesprochener Feder-wirkung. Die Herstellung dieser Rücken ist einfach: mehrere Einlagenwerden fest aufeinandergeklebt; solche Rücken sind selbst sehr steifund drücken stark auf die Falze, die sie mit den Deckeln verbinden.Der normale Rücken besteht aus einer Rückeneinlage von Schrenz(Art Aktendeckel von Hadern) in Höhe der Deckel und Breite desBuchrückens; darüber wird der Überzugsstoff geklebt; das Ganzewird gerundet, ehe es am Buch angebracht wird. BeimgebrochenenRücken", der bei leichteren Überzugsstoffen (für Papp- aber auchLeinenbände) nötig ist, wird die Rückeneinlage so breit geschnitten,daß sie auf die Deckel aufgeklebt werden kann und daß an denGelenkstellen der Deckel Falze angebrochen werden können.Neben dem runden Rücken, der durch den Buchblock bedingt ist,wird seit einigen Jahren besonders beim Verlegerband der geradeRücken immer beliebter. Dem frisch aus der Presse gekommenenBand dieser Art können gewisse ästhetische Vorzüge nachgerühmtwerden; buchbinderisch ist er verwerflich. Die mittleren Lagenschießen vor, da solche Bände meist nicht abgepreßt werden; derglatte Deckelrücken kann dem Druck beim Aufschlagen nicht nach-geben, drückt also seinerseits die Falze nach außen, wodurch sichder Buchblock in der Decke lockert; oder der Rücken bekommtBrüche, besonders wenn solche Bände dick sind. Bei dünnen Bändenund bei Interimseinbänden ist nichts gegen den geraden Rücken zusagen; ja hier ist er sogar oft vorzuziehen, da er eher eine Beschrif-tungsfläche bietet.

4i

H