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zu wissen, wie es üblich war, Bücher aufzubewahren. Die Wahl derSchmuck- und Schriftflächen, der Schmucktechnik, die Bearbeitungdes Buchschnittes hat sich unter dem Einfluß der Aufbewahrungoft genug geändert, und immer noch spielt dieser Faktor bei derEinbandgestaltung eine ausschlaggebende Rolle. Ein Beispiel: Eshat sich als Regel durchgesetzt, daß ein Rückentitel, der in derLängsrichtung sich über den Rücken erstreckt, vom Schwanz nachdem Kopf des Buches, d. h. vom unteren nach dem oberen Ende desRückens, für den Beschauer also mit links geneigtem Kopf zu lesensein soll, wobei ja auch mehrere solche Bände, die nebeneinander-stehen, wie die Zeilen eines fortlaufenden Textes wirken. VieleVerleger, nicht alle Buchbinder, nehmen auf diese Regel Rücksicht.Aber obwohl die Frage schon oft zugunsten dieser Lösung entschie-den worden ist, kommen immer wieder Bände in den Handel, aufdenen der Rückentitel gerade umgekehrt läuft, und zwar aus einemsehr einfachen Grund: weil ein solches Buch, geschlossen auf dieTischplatte gelegt, die Schrift des Rückentitels auf dem Kopf stehendzeigen würde, wollte man sich an die Regel halten. Es gibt alsoeine plausible Begründung, einem Werk, das der Verleger auf denSalontischen Hegen wissen möchte, die von der Regel abweichendeAusstattung zu geben. Man sollte deshalb einen Einband nie be-urteilen, wenn man nicht auch die äußeren Bedingungen für seineGestaltung kennen gelernt hat. Der deutlichste Beweis sind diemittelalterlichen Einbände mit Beschlägen: die Buckel waren nötig,um den liegend aufbewahrten Band vor Beschädigung zu schützen.Für Bücher, die nebeneinander gestellt wurden, mußte eine andereSchutz- und Zierform gefunden werden. Man hat sich beim Stellender alten Bände vielfach dadurch geholfen, daß die Beschläge ent-fernt wurden — ohne daß man dadurch die Beschädigungen ver-ringert hätte; und die Schönheit des ursprünglichen Einbandeswurde zerstört. Der Einband müßte aber stets unter den Bedingungenaufbewahrt werden, für die er geschaffen ist. Dieser Grundsatzgeht heute — wo es freilich vielfach zu spät ist, das Alte wiederher-zustellen — mit dem bibliothekarischen Prinzip überein, die Auf-stellung des Buches den äußeren Erfordernissen entsprechend mehrals nach dem Inhalt, so vorzunehmen, daß nach Möglichkeit jedespätere Änderung ausgeschlossen bleibt.
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