werfen oder wölben. Dafür muß nicht immer den Buchbinder dieSchuld treffen; es kann auch an feuchter Aufbewahrung oderunausgesetzter Sonnenbestrahlung Hegen. Ein Band, der richtigausgetrocknet aus der Werkstatt des Buchbinders kommt, sollteallerdings dem Wechsel der Luftverhältnisse weithin widerstehenkönnen. Mancher Fehler kommt erst bei so außergewöhnlicherBeanspruchung ans Tageslicht. Die Schuld am Verziehen hat ent-weder der Klebstoff oder das Material an den Deckeln und seineVerarbeitung. Mit Kleister angeschmierte Stoffe ziehen sich nachdem Trocknen zusammen; Leim hat diese Wirkung nicht. BeideKlebstoffe müssen also mit Vorbedacht verwendet werden. Aberauch Überzugsstoffe und Papiere saugen verschieden den Kleisterauf, ziehen sich je nach Faserstärke und -richtung verschieden beimTrocknen zusammen. Sparsamkeit, die auf die Laufrichtung (diedurch die Papierbahn in der Papiermaschine bestimmte Richtungder Fasern) beim Vorsatz keine Rücksicht nimmt, rächt sich oft durchVerziehen der Decken, was sich nicht immer durch sinngemäßesAufkaschieren weiterer Blätter wieder in Ordnung bringen läßt.Schwierig ist es auch, Fehler, die im Deckelmaterial (mineralischeBestandteile, Feuchtigkeit) Hegen, nachträghch wieder auszuschalten.Deckel, die sich werfen, verderben nicht nur das Aussehen einesBuches völlig; sie erzeugen auch Schwierigkeiten beim EinsteUenins Regal, lassen dem Staub Zutritt, und vor aHem beschleunigensie durch die starke, am Rückenfalz entstehende Spannung die Ab-nützung dieses Falzes, verkürzen also die Lebensdauer des Einbandesganz bedeutend. Eine leichte Wölbung nach innen ist dagegenweder schädHch noch unschön; sie vollendet den geschlossenenEindruck, verstärkt den Druck auf die Schnittfläche, erleichtertdas Einschieben in eine enge Bücherreihe. Die meisten Verstößegegen diese Regeln findet man beim modernen Verlegerband.
Doch vor den Deckeln soU das erste, was dem Benutzer eines Buchesheute entgegentritt, der Rücken, genauer betrachtet werden. Denndie reguläre Aufbewahrung des Buches ist doch das Nebeneinander-stehen in langer Reihe mit dem Rücken nach dem Beschauer. Daswar nicht immer so, und es ist von einiger Bedeutung auch für dieBeurteilung eines Einbandes in seiner Technik und seinem Schmuck,
3i