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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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Der Rücken ist das Schaufenster des Buches; der vorüberstreifendeBlick soll von außen sehen, was er beim Eintritt ins Innere zu er-warten hat. Hier ist deshalb beim modernen Buch die gegebeneStelle für die Aufschrift des Titels. Allen künstlerischen Forderungenmuß die nach Lesbarkeit vorausgehen; denn eine zweckmäßigeEinrichtung, die, zur Kunst erhoben, ihren Zweck nicht mehr er-füllt, ist zu entbehren. Die Verteilung der Aufschrift auf dem Rücken,die Gestaltung der einzelnen Schriftzeilen sollen vom Künstlerdiktiert sein; die angewendete Schrift soll neben der gefordertenDeutlichkeit auch schön sein. Der Text der Aufschrift wird stetsvon praktischen Gesichtspunkten bestimmt und höchstens in Aus-nahmefällen durch künstlerische Rücksichten (Zeilenlänge, Groß-buchstaben) modifiziert werden.

Auf den Rücken gehört Verfasser und Sachtitel des Werkes; beimehrbändigen auch die Bandzählung. Den Verfasser vorauszusetzen,ist deutsche Sitte; ihn in der Type hervorzuheben, praktisch, beson-ders in größeren Bibliotheken, wo man stets nachdem X." greifenwird, sei es ein Gelehrter, sei es ein Dichter. Auf englischen Verleger-einbänden ist es üblich, den Verfasser unter den Sachtitel zu setzen;ein zweiter Name auf diesen Einbänden nennt den Verleger, der inDeutschland selten auf dem Rücken erscheint. Bibliophile Modeverlangt Erscheinungsort und -Jahr am Schwanz des Rückens ver-merkt, eine Sitte, die hauptsächlich beim französischen Buch gepflegtwird. Notwendig ist die Angabe des Erscheinungsortes an dieserStelle keineswegs und die Jahreszahl ist meistens (außer bei perio-dischen Erscheinungen) entbehrlich; wichtiger wäre die Angabevon Auflage und evtl. deren Bearbeiter. Verschiedene Zwecke,denen eine Bibliothek dient, verlangen beim gleichen Werk oftverschiedene Aufschrift; deutlich ist dies z. B. bei den Teilen einesReihenwerkes, das den Reihentitel nur dann an erster Stelle auf demRücken tragen dürfte, wenn die ganze Reihe in der betreffendenBibliothek zusammensteht; in solchem Fall den Einzeltitel auf demRücken noch anzuführen, ist nützlich und üblich.Zeitschriften verlangen noch genauere Angaben; läßt sich einerseitsder Titel oft kurz fassen (jetzt unter Anwendung der internationalfestgelegten Zeitschriftentitelkurzformen oderZitiertitel"), so sindAngaben über Bandnummer und Erscheinungsjahr unerläßlich,

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