Zeit 1925 in Paris. In den beiden Bänden „La reliure francdse ar-tistique" und „La reliure fran$aise commerciale et industrielle" gebensie die beste große Geschichte des französischen Einbandes in einerZweiteilung, die den Glauben aufkommen lassen kann, als handeltees sich nicht in beiden Bänden um den künstlerischen Einband. —Für den französischen Einband des 19. Jahrhunderts gibt es einvierbändiges reichillustriertes und anregend geschriebenes Werkvon H. Beraldi. Unter den neueren, die Geschichte des französischenEinbandes behandelnden Darstellungen ist die Zusammenfassung,die E. Deville auf 100 Seiten mit 64 Tafeln in zwei Bänden gibt(Paris 1930/31), am ersten zu erwähnen. Als Nachschlagewerk fürdie archivalisch bekannten Nachrichten über einzelne französischeBuchbinder, als Hilfe, um sich in den Buchbinderdynastien zurecht-zufinden, ist E. Thoinan's Buch „Les relieurs frangais" (Paris 1893)noch heute unentbehrlich.
Eine ganze Literaturgruppe darf hier nicht übergangen werden,die, ohne den Anspruch eine Geschichte des Einbandes zu geben,doch Wesentlicheres zu diesem Thema enthält als manche historischeArbeit: die Kataloge von Ausstellungen und Sammlungen, soweit siereich mit Tafeln ausgestattet sind. Ihren Ursprung haben dieseTafelwerke in einer Zeit des gänzlich unschöpferischen Kunst-gewerbes, die ihre einzige Befruchtung in der Sammlung von großenVorbildern der Vergangenheit suchte. Die meisten dieser Vorlagen-werke für Buchbinder sind heute längst vergessen; ihre Wirkungenfreilich trifft man immer wieder in dem Scheinprunk der Verleger-bände aus den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Die bestedieser Mustersammlungen, J. Stockbauers „Abbildungen von Muster-einbänden aus der Blütezeit der Buchbinderkunst" (Leipzig 1881),hauptsächlich Dresdner Einbände veröffentlichend, hat durch ihrehistorische Einstellung noch beträchtlichen Wert. Auch die älterenTafelwerke, welche die schönen Einbände einzelner Bibliothekenin Auswahl bekannt machten, stehen noch etwas unter dem Einflußder Tendenz, Vorlagen zu bieten, so die Photographien der Dres-dener Einbände, die Zimmermann und Lier, seinerzeit sehr verdienst-lich, herausbrachten, so auch noch Bickell mit seinen „Einbändenaus hessischen Bibliotheken", einem Tafelwerk, das sogar gleich-
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