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um darauf eine lehrhafte Darstellung der handwerklichen Tätig-keiten aufzurichten, also als buchbinderischer Autodidakt den Ver-such machte, handwerkliches Können auf literarischem Wege zuerzielen — so wird die vorhegende Einführung den schon Zeidlernur recht unvollkommen geglückten Versuch nicht wiederholen,zumal an guten, von ausübenden Buchbindern verfaßten Lehrbüchernkein Mangel ist; vielmehr soll hier Verständnis für die einzelnenbuchbinderischen Techniken geweckt werden; der Hergang derArbeit wird nur so weit Berücksichtigung finden, als es für das Ver-ständnis des fertigen Einbandes nötig ist. Nicht dem Entstehen deseinzelnen Einbandes, nicht dem historischen Werden gilt die Dar-stellung, sondern dem Gewordenen, fertig Vorhegenden, dem ge-bundenen Buch, dessen einzelne, vom Buchbinder bearbeitete Teilegewissermaßen im Querschnitt gezeigt und analysiert werden.
Wie wir ein Gebäude erst dann näherer Betrachtung für wert halten,wenn es nicht nur eine verlockende Fassade zeigt, sondern im ganzenzweckentsprechend gebaut und eingerichtet ist, so ist ein gebundenesBuch mit schöner Außenseite erst dann ernster Beachtung wert,wenn es im ganzen nach allen Regeln der Kunst bearbeitet ist. Diehandwerkliche Grundlage der Einbandkunst darf sich auch in einerEinbandkunde als deren wichtigster Teil dokumentieren. Ohnediese Grundlage wäre es um die Meisterwerke der Einbandkunstvergangener Jahrhunderte heute schlecht bestellt. Daß wir uns amschönen Einband freuen können, ist ein Verdienst der handwerk-lichen Qualitätsarbeit. Man nehme deshalb das starke Gewicht,das wir dem Technischen beilegen, nicht als Überschätzung derHilfsmittel; auch der Liebhaber des Einbandes um des Einbandeswillen muß die Bedeutung der buchbinderisch-technischen Arbeitgegenüber dem Schöpferisch-Künsderischen anerkennen.Es ist hier am Platze, ein Wort von der Zweckgebundenheit desEinbandes zu sagen. Alle Einbandkunst steht im Dienste des Buches— das Buch im Dienste des schöpferischen Geistes, der Ausbrei-tung und Fortdauer in der Mit- und Nachwelt sucht. An diesenGrundtendenzen hat sich trotz mancher Erfindungen in der Über-mittlung geistiger Güter noch nichts Wesentliches geändert. Jahr-tausende war das Buch Zeuge geformter Ideen, ist es heute noch